Xiaomi kündigt Elektro-SUV YU7 GT mit 1003 PS und 300 km/h an – Premium-Konkurrenz wird nervös

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Xiaomi drückt beim Einstieg ins Auto-Geschäft weiter aufs Tempo: Mit dem neuen Elektro-SUV YU7 GT stellt der chinesische Technologiekonzern eine Hochleistungsvariante in Aussicht, die sich nicht mehr an Familien-SUVs orientiert, sondern an sportlichen Aushängeschildern der Premiumklasse. 1003 PS, 0 auf 100 km/h in 2,92 Sekunden und eine angegebene Spitze von 300 km/h – das sind Werte, mit denen sonst Hersteller wie Porsche, Tesla oder die Performance-Ableger deutscher Marken Schlagzeilen machen.

Bemerkenswert ist dabei der Spagat, den Xiaomi verspricht: Trotz der extremen Leistungsdaten nennt das Unternehmen eine Reichweite von 705 Kilometern nach dem chinesischen CLTC-Zyklus. Das zielt weniger auf die Rennstrecke als auf das „Gran-Turismo“-Narrativ: schnell, weit und komfortabel reisen – in einem großen, schweren SUV. Ob das Konzept auf europäischen Straßen überzeugen würde, hängt am Ende nicht nur an Zahlen, sondern an Abstimmung, Effizienz und Standfestigkeit.

1003 PS aus zwei Motoren: Xiaomi setzt auf Supercar-Zahlen im SUV-Format

Technisch soll der YU7 GT mit zwei Elektromotoren auf eine Systemleistung von 738 kW kommen – umgerechnet 1003 PS. Das maximale Drehmoment beziffert Xiaomi mit 1068 Nm. Solche Werte erklären die aggressive Beschleunigungsansage, stellen aber auch hohe Anforderungen an Traktion, Thermomanagement und die Regelsoftware – gerade bei einem SUV mit entsprechendem Gewicht.

Die 2,92 Sekunden von 0 auf 100 km/h sind in dieser Klasse ein Statement. In der Praxis entscheidet bei solchen Fahrzeugen weniger der einzelne Sprint als die Frage, ob die Leistung wiederholt abrufbar bleibt, ohne dass Antrieb oder Batterie in Schutzprogramme gehen. Genau hier trennt sich bei vielen Elektro-Performance-Modellen die Marketingzahl von der Alltagstauglichkeit.

Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h ist auf öffentlichen Straßen kaum legal nutzbar – in Deutschland allenfalls auf wenigen Autobahnabschnitten ohne Tempolimit. Als Signal wirkt sie: Wer 300 km/h verspricht, muss Antrieb, Kühlung, Aerodynamik und Stabilität auf Dauerlast auslegen. Für einen SUV ist das auch ein Versuch, das Vorurteil zu entkräften, hohe Karosserien seien zwangsläufig bei Tempo limitiert.

Groß und schwer: 5,02 Meter Länge und 2,46 Tonnen Leergewicht

Aus chinesischen Zulassungsunterlagen geht hervor, dass der YU7 GT mit 5015 mm Länge, 2007 mm Breite und 1597 mm Höhe in der Liga großer Premium-SUVs spielt. Der Radstand soll 3000 mm betragen – ein Maß, das für viel Innenraum spricht und bei hohen Geschwindigkeiten Stabilität begünstigt.

Gleichzeitig wird das Leergewicht mit 2460 kg angegeben. Das ist für ein leistungsstarkes Elektro-SUV nicht ungewöhnlich, aber fahrdynamisch entscheidend: Masse belastet Reifen und Bremsen, sie erhöht die thermische Last bei wiederholtem Verzögern und macht das Auto in engen Kurvenfolgen weniger leichtfüßig. Hersteller kompensieren das mit Fahrwerksregelsystemen – doch Physik lässt sich nur begrenzt überlisten.

Bei den Rädern setzt Xiaomi auf 21-Zoll-Felgen. Vorn sind Reifen der Größe 265/40 R21, hinten 295/35 R21 vorgesehen. Die sehr breite Hinterachse deutet auf maximale Traktion und eine betont sportliche Optik. Für den Alltag bedeutet das aber auch: Reifen werden teurer, die Empfindlichkeit gegenüber Schlaglöchern steigt, und bei hohem Tempo kann der Verbrauch spürbar zulegen.

Carbon-Keramik-Bremsen und Akebono-Sättel: Technik für harte Gangart

Um die Leistung glaubwürdig abzusichern, nennt Xiaomi Carbon-Keramik-Bremsen in Kombination mit Bremssätteln von Akebono. Solche Komponenten sind im Premiumsegment ein klassisches Signal: hohe Hitzebeständigkeit, konstante Verzögerung auch bei wiederholten Vollbremsungen – wichtig bei schweren, sehr schnellen Fahrzeugen.

Im Alltag bremst ein Elektroauto häufig über Rekuperation, also Energierückgewinnung. Die großen Bremsen spielen ihre Vorteile dann aus, wenn es bergab geht, wenn das Fahrzeug voll beladen ist oder wenn sportlich gefahren wird. Carbon-Keramik kann in Wartung und Ersatz teuer sein und je nach Auslegung bei niedrigen Temperaturen weniger bissig wirken als konventionelle Anlagen.

Aerodynamisch soll der YU7 GT mit einem integrierten Frontsplitter und einem aktiven Heckdiffusor nachschärfen. Bei einem SUV, der 300 km/h erreichen soll, ist das mehr als Dekor: Abtrieb, Stabilität und kontrollierte Luftführung werden zur Sicherheitsfrage – mit breiten 295er-Reifen an der Hinterachse.

Xiaomi verweist auf Erprobung am Nürburgring. Für deutsche Leser ist das ein vertrautes Muster: Die Nordschleife gilt als Härtetest und Marketingbühne zugleich. Entscheidend bleibt, wie viel der dortigen Abstimmung im Serienauto ankommt – und ob ein „Ring“-Setup im Alltag nicht zu straff und kompromisslos ausfällt.

705 Kilometer nach CLTC: Reichweitenversprechen mit chinesischem Messzyklus

Die Reichweite von 705 Kilometern nennt Xiaomi nach dem chinesischen CLTC-Zyklus. Dieser fällt in der Regel optimistischer aus als der in Europa übliche WLTP-Wert. Für deutsche Käufer wäre daher entscheidend, welche WLTP-Reichweite und welche Autobahnverbräuche realistisch sind – gerade bei 21 Zoll, sehr breiten Reifen und einem Fahrzeug, das ausdrücklich auf Hochgeschwindigkeit zielt.

Als Zelllieferant wird CATL genannt, einer der weltweit größten Batteriehersteller. Xiaomi setzt demnach auf eine ternäre Lithiumchemie (typischerweise NMC/NCA), die für hohe Energiedichte steht – also für das Ziel, Leistung und Reichweite zu kombinieren. Bei wiederholten Beschleunigungen und hohen Dauertempi wird das Temperaturmanagement zum Schlüssel, damit die Performance nicht früh einbricht.

Auf deutschen Autobahnen entscheidet am Ende die Aerodynamik über die Reichweite: Bei 130 km/h dominiert der Luftwiderstand, jedes zusätzliche „Breitbau“-Element kann Kilometer kosten. Genau hier muss ein GT-SUV beweisen, dass er nicht nur spektakulär beschleunigt, sondern auch effizient genug bleibt, um lange Etappen ohne ständige Ladestopps zu ermöglichen.

Positionierung in der Xiaomi-Palette: über YU7 Max, unter SU7 Ultra

Innerhalb der Baureihe soll der YU7 GT über dem YU7 Max stehen. Für den Max werden 508 kW (681 PS) und 3,23 Sekunden von 0 auf 100 km/h genannt. Beim GT steigen die Motorleistungen laut Angaben auf 288 kW vorn und 450 kW hinten – ein deutlicher Sprung, der den Abstand nicht nur auf dem Papier vergrößert.

Gleichzeitig passt der YU7 GT in eine Strategie, die Xiaomi bereits mit der Limousine SU7 Ultra verfolgt: ein extremes Topmodell als technisches Schaufenster. Der SU7 Ultra wird mit Tri-Motor-Layout und 1138 kW (1526 PS) in Verbindung gebracht. Damit will Xiaomi erkennbar nicht nur „auch Autos“ bauen, sondern sich als ernstzunehmender Performance-Anbieter etablieren.

Der reguläre YU7 wird im chinesischen Markt als direkter Rivale des Tesla Model Y positioniert – also als Volumenmodell. Eine GT-Version erfüllt in solchen Portfolios oft die Rolle des Imageträgers: Sie zieht Aufmerksamkeit, bringt Kunden in die Showrooms und soll der gesamten Baureihe sportliche Glaubwürdigkeit verleihen, auch wenn die Stückzahlen der Extremvariante meist begrenzt bleiben.

Offene Fragen: Preis, Marktstart – und die Sinnfrage eines 1003-PS-SUV

Konkrete Angaben zu Preis und Zeitplan sind in den vorliegenden Informationen noch nicht abschließend geklärt. Ebenso offen bleibt, wie Xiaomi die Balance aus Komfort, Lenkgefühl und Fahrwerksabstimmung hinbekommt – also jene Qualitäten, die im Alltag über Akzeptanz entscheiden.

Ein SUV mit 1003 PS fasziniert, wirft aber auch Fragen auf: Wie gut lässt sich die Leistung dosieren? Wie standfest sind Bremsen und Batterie bei wiederholter Belastung? Und wie sinnvoll ist ein 300-km/h-Versprechen außerhalb weniger Autobahnabschnitte? Xiaomi wird genau daran gemessen werden – ob der YU7 GT mehr ist als eine beeindruckende Zahlensammlung und als Gesamtpaket auf der Straße überzeugt.

Wichtige Punkte

  • Der Xiaomi YU7 GT kündigt 1.003 PS, 1.068 Nm und 0–100 km/h in 2,92 s an
  • Das Datenblatt nennt 5.015 mm Länge und 2.460 kg
  • Carbon-Keramik-Bremsen und 295-mm-Hinterreifen zielen auf einen sportlichen Einsatz ab
  • Angekündigte Reichweite von 705 km nach CLTC mit ternären CATL-Lithiumzellen
  • Der GT übertrifft den YU7 Max und positioniert sich in der Modellpalette unter dem SU7 Ultra

Häufig gestellte Fragen

Welche Leistung entwickelt der Xiaomi YU7 GT?

Der Xiaomi YU7 GT wird mit 738 kW bzw. 1.003 PS angegeben, dank eines elektrischen Antriebs mit zwei Motoren. Das kommunizierte Gesamtdrehmoment beträgt 1.068 Nm, was seine sehr schnellen Beschleunigungen erklärt.

Welche 0–100-km/h-Performance hat der YU7 GT?

Für den YU7 GT werden 2,92 Sekunden von 0 auf 100 km/h angegeben. Die in den verfügbaren Informationen genannte Höchstgeschwindigkeit liegt bei 300 km/h, ein Wert, der die klare Hochleistungs-Ausrichtung des Modells unterstreicht.

Welche Reichweite wird für den Xiaomi YU7 GT angekündigt?

Die angekündigte Reichweite beträgt 705 km nach dem CLTC-Zyklus. Da dieser Zyklus spezifisch für den chinesischen Markt ist, kann die reale Reichweite je nach Geschwindigkeit, Temperatur, Topografie und Bereifung variieren – insbesondere bei einem sehr leistungsstarken SUV.

Welche Abmessungen und welches Gewicht hat der YU7 GT?

Das Datenblatt nennt 5.015 mm Länge, 2.007 mm Breite und 1.597 mm Höhe bei 3.000 mm Radstand. Das angegebene Leergewicht beträgt 2.460 kg, ein entscheidender Parameter für Bremsleistung und Agilität.

Worin unterscheidet sich der YU7 GT vom YU7 Max?

Der YU7 Max wird mit 508 kW (681 PS) und 0–100 km/h in 3,23 s angegeben, während der YU7 GT auf 738 kW (1.003 PS) und 2,92 s kommt. Beim GT steigen die Motorleistungen auf 288 kW vorn und 450 kW hinten, gegenüber 220 kW und 288 kW beim Max.

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