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Provinzwahlen 2026 in Neukaledonien: Arnold Lèques tritt mit Liste „Für ein französisches Neukaledonien“ an

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In Neukaledonien, dem französischen Überseegebiet im Pazifik, bringt sich Arnold Lèques für die Provinzwahlen 2026 in Stellung – mit einer Botschaft, die er nach eigener Darstellung als einziger Kandidat so ausdrücklich vertritt: Das Territorium soll Teil der Französischen Republik bleiben. Er führt die Liste „Pour une Calédonie française“ („Für ein französisches Neukaledonien“) an und setzt dabei nach eigenen Angaben auf Kandidatinnen und Kandidaten aus der Zivilgesellschaft.

Auslöser für seinen Einstieg in die Politik sei eine persönliche Szene im Familienkreis gewesen. Seine Enkelinnen hätten ihm gesagt, dass sie nach dem Studium nicht nach Neukaledonien zurückkehren wollten, weil sie dort keine Zukunft sähen. Der frühere Chef der Reederei Compagnie maritime des îles (CMI) habe daraufhin entschieden, bei den Provinzwahlen anzutreten.

Lèques beschreibt seine Mitstreiter als Menschen ohne politische Karrierepläne. Auf seiner Liste steht auch Bianca Hénin, die bis 2019 in Neukaledonien als frühere Departementsdelegierte des Rassemblement national (RN) – der französischen Rechtsaußenpartei – tätig war.

Nickel als Kernversprechen – und Forderung nach Komplett-Audit

Im Zentrum seines Programms steht die Nickelindustrie, ein Schlüsselbereich der lokalen Wirtschaft. „Wir haben das beste Nickel der Welt und die zweitgrößten Reserven weltweit. Und trotzdem strecken wir die Hand aus“, sagt Lèques laut NC la 1ère. Er fordert ein vollständiges Audit der Branche, um aus der Abhängigkeit herauszukommen.

Über den Rohstoffsektor hinaus kritisiert Lèques Defizite bei der Unterstützung von Rentnerinnen und Rentnern sowie von Menschen mit Behinderung. Diese Gruppen würden in der aktuellen Politik nicht ausreichend berücksichtigt, so seine Einschätzung. Zudem verlangt er, dass der französische Staat stärker eingreift – sowohl beim Wiederaufbau des Territoriums als auch zur Stützung der wirtschaftlichen Erholung.

Wahlkampfziel: Nicht das Lager spalten, sondern Nichtwähler mobilisieren

Der Vorwurf, er schwäche das nicht-unabhängigkeitsorientierte Lager durch eine weitere Liste, weist Lèques zurück. Seine erklärte Zielgruppe seien vielmehr die Nichtwähler – ein Stimmenpotenzial, das die etablierten Parteien aus seiner Sicht bislang nicht hätten mobilisieren können.

Gleichzeitig ist die Zersplitterung des nicht-unabhängigkeitsorientierten Spektrums in der Südprovinz ein Thema. Dort besetzen weitere Listen ein ähnliches politisches Feld, darunter „Faire Pays“ von Robert Kakue, einem Ingenieur und Unternehmer aus dem Transportsektor. Kakue setzt auf Zusammenhalt zwischen den Neukaledonierinnen und Neukaledoniern und lehnt es ab, die Debatte auf die Gegenüberstellung von Unabhängigkeitsbefürwortern und -gegnern zu reduzieren.[2]

Wahlen nach den Unruhen 2024: Wirtschaft, Wiederaufbau und Verhältnis zu Paris

Die Provinzwahlen finden in einer angespannten Lage statt: Nach den Gewalttaten von 2024 ringt Neukaledonien mit einem schwierigen Wiederaufbau. Die Wiederbelebung der lokalen Wirtschaft, die Unterstützung einer kriselnden Nickelindustrie und die Frage der Bindung an das französische Mutterland prägen den Wahlkampf in der Südprovinz. Lèques will dabei die direkteste Antwort auf die institutionelle Grundfrage geben – und eine Linie vertreten, die nach seiner Darstellung nur wenige so offen formulieren: in der Republik zu bleiben.

Sophie Marigaux
Sophie Marigaux
Sophie Marigaux, rédactrice régional(e) — La Voix de France. Textes produits avec l'assistance de l'IA et relus par notre équipe éditoriale.

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