In Guadeloupe ist die zentrale Hauptleitung des Wassernetzes, der sogenannte „FEEDER“, bei Arbeiten beschädigt worden. Die Folge: Mehr als 100.000 Menschen waren am Wochenende in mehreren Gemeinden im Zentrum und Süden der Karibikinsel ohne Wasserversorgung.
Techniker des SMGEAG (Syndicat mixte de gestion de l’eau et de l’assainissement de la Guadeloupe – zuständig für Wasser und Abwasser) arbeiten seit Tagen an der Störung. Doch der Schaden liegt ausgerechnet in einem schwer zugänglichen Feuchtgebiet: in einer Mangrove.
Leck in der Mangrove: Erste Eingriffe reichen nicht aus
Betroffen ist der FEEDER, die Hauptschlagader des guadeloupeischen Wassernetzes. Nach Angaben der Behörden erschwert die Lage des Lecks die Arbeiten massiv: Der beschädigte Abschnitt liegt in einem nassen Mangrovengebiet.
Die ersten Reparaturversuche konnten die Versorgung bislang nicht stabilisieren. In einer Mitteilung des Präfekten, zitiert von France-Antilles, heißt es: „Der Druck ist weiterhin nicht ausreichend, um die betroffenen Gemeinden zufriedenstellend zu versorgen.“ Besonders hart trifft es demnach Les Abymes, Le Gosier und Goyave – dort bleibt die Wasserknappheit stark.
Schweres Gerät im Feuchtgebiet: Abschnitt soll komplett ersetzt werden
Angesichts der anhaltenden Probleme hat der Präfekt das Centre opérationnel départemental (COD) aktiviert – eine behördliche Krisenzentrale zur Koordination. Gleichzeitig soll nun eine deutlich größere Maßnahme starten.
In der Präfektur-Mitteilung wird angekündigt: „Schwere Arbeiten unter Einsatz amphibischer Mittel, mit denen der von dem Leck betroffene Abschnitt ersetzt werden kann, beginnen ab heute und sollen die Wiederherstellung der Wasserversorgung bis zum Ende der Woche ermöglichen.“ Der Einsatz amphibischer Maschinen zeigt, wie außergewöhnlich der Einsatz in der Mangrove ist – und warum die ersten Reparaturen ohne Spezialtechnik nicht ausreichten.
Pourquoi la casse du FEEDER fragilise tout le réseau
Notversorgung mit Flaschenwasser in drei besonders betroffenen Gemeinden
Bis die Leitungen wieder zuverlässig Druck aufbauen, organisieren die Behörden eine Notversorgung mit Flaschenwasser. Nach 100 verteilten Paletten am Montag sind für den folgenden Dienstag weitere Lieferungen vorgesehen: 66 Paletten für Les Abymes, 33 für Le Gosier und 20 für Goyave [1].
Der Vorfall zeigt erneut, wie anfällig das Wassernetz auf Guadeloupe ist – auch wegen der besonderen Geografie, wenn Leitungsabschnitte durch schwer erreichbare Naturräume führen. Der SMGEAG, der wegen der chronischen Wasserkrise auf der Insel ohnehin unter Beobachtung steht, muss damit erneut eine großflächige Unterbrechung bewältigen.
SMGEAG und ein Netz unter Dauerstress
Nach Angaben im Bericht ist es nicht das erste Mal, dass ein Ausfall des FEEDER den SMGEAG in eine Krisenlage bringt. Der Verband betreibt ein alterndes Netz, das unter hoher Belastung steht – und auf einer Insel wirken sich Logistik und längere Einsatzzeiten bei Störungen besonders stark aus.
Dass der Präfekt das COD aktiviert hat, unterstreicht den Ausnahmecharakter: Dieses Instrument wird üblicherweise genutzt, wenn Ereignisse die Bevölkerung spürbar treffen. Mehr als 100.000 Menschen über ein Wochenende ohne Wasser – das erfüllt dieses Kriterium klar.
Wasserversorgung soll „bis Ende der Woche“ wieder laufen
Die nun gestarteten Arbeiten zielen auf den vollständigen Austausch des beschädigten Abschnitts, nicht auf eine provisorische Flicklösung. Genau das unterscheidet den aktuellen Einsatz von den ersten Versuchen, die das Leck zwar verringerten, aber den nötigen Druck im Netz nicht wiederherstellen konnten.
Der Zeitplan der Präfektur sieht vor, die Verteilung von Wasser „bis Ende der Woche“ wiederherzustellen. Für die Menschen in Les Abymes, Le Gosier und Goyave bleibt bis dahin vor allem die Notverteilung von Flaschenwasser.
Coupure d'eau en Guadeloupe : les chiffres de la crise
- La canalisation principale (FEEDER) du réseau d'eau guadeloupéen a été endommagée par des travaux.
- Plus de 100 000 personnes ont été privées d'eau lors du week-end.
- La fuite se situe en mangrove, ce qui a rendu les premières réparations insuffisantes.
- Des travaux lourds avec moyens amphibies sont engagés pour remplacer le tronçon défaillant.
- Les communes des Abymes, du Gosier et de Goyave reçoivent des livraisons d'eau en bouteille.
Sources
1 source · 1 fait sourcé
