Ein paar Hundert Meter „Startbahn“, ein Wimpernschlag Zeit – und der Rafale Marine ist von null auf Abhebegeschwindigkeit. Auf einem Flugzeugträger ist der Katapultstart keine Routine wie an Land, sondern eine kurze, harte Belastung: Das System schleudert Jet und Pilot mit einer Wucht nach vorn, die sich nur mit Training kontrollieren lässt.
Auf der „Charles de Gaulle“ beschleunigt die Katapultanlage das Flugzeug auf sehr kurzer Strecke. Der Pilot, fest in den Sitz geschnallt, spürt zunächst beim Spannen einen Druck nach hinten – und dann, beim Auslösen, die G-Kräfte. Der Kopf wird in die Kopfstütze gedrückt, die Sicht verschwimmt leicht, der Körper nimmt den Schlag auf, bevor sich der Jet vom Deck löst.
„Charles de Gaulle“: Europas einziger Katapult-Flugzeugträger
Die „Charles de Gaulle“ ist weiterhin der einzige nicht-amerikanische Flugzeugträger, der mit Dampfkatapulten ausgerüstet ist. Diese Technik stellt besondere Anforderungen an Flugzeuge und Besatzungen. Der Rafale Marine ist dafür ausgelegt: mit verstärkter Struktur, angepasstem Fahrwerk und einer Katapultaufnahme, die von Beginn an in die Konstruktion integriert wurde.
Der künftige französische Flugzeugträger der neuen Generation, dessen Bau im Militärprogrammgesetz 2024–2030 verankert ist, soll dagegen elektromagnetische Katapulte erhalten – nach dem Vorbild der US-Systeme EMALS [4]. An Bord der USS „Gerald R. Ford“ ist jedes dieser Systeme 93 Meter lang. Sie lösen die Dampfkatapulte ab, mussten jedoch über Jahre entwickelt werden, bevor sie als zuverlässig galten [4].
China setzt ebenfalls auf elektromagnetische Katapulte
Frankreich ist mit dem Technologiewechsel nicht allein. Der chinesische Flugzeugträger „Fujian“ (Typ 003) verfügt über drei elektromagnetische Katapulte – US-Träger haben vier [3]. Mit 316 Metern Länge und einer Verdrängung von mehr als 80.000 Tonnen bei voller Beladung ist er nach den Trägern der US Navy das größte Kriegsschiff der Welt [3].
Im September verbreitete Videos zeigten Katapultstarts und Landungen von J-15, von Tarnkappenjägern J-35 sowie von Frühwarnflugzeugen KJ-600 von seinem Deck [3]. Einzelne Manöver belegen zwar nicht, dass das System bereits vollständig ausgereift ist – sie markieren aber einen konkreten Fortschritt für die chinesische Marine [3].
Rafale Marine im Einsatztraining: Katapultstarts bei „Orion 26“
Die „Charles de Gaulle“ hat zuletzt im Rahmen der Übung „Orion 26“ eine Serie von Katapultstarts absolviert – auch bei Regen und Wind [2]. Solche Bedingungen testen Technik und Besatzungen gleichermaßen. Für die Piloten bleibt jeder Start eine kurze, aber fordernde Sequenz: wenige Sekunden maximale Beschleunigung – dann ist das Flugzeug in der Luft, allein.
Sources
3 sources · 7 faits sourcés
