Safran Electronics & Defense erweitert sein Werk in Nouaceur in der Region Casablanca. Das Unternehmen investiert dafür 350 Mio. Dirham und baut damit seine industrielle Präsenz in Marokko weiter aus.
Die Ankündigung kam „direkt vom Terrain“: Der bereits aktive Standort wächst in einem Land, das sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Drehkreuz der frankophonen Luftfahrt-Zulieferindustrie entwickelt hat.
Safran Electronics & Defense ist eine Tochter des französischen Safran-Konzerns und arbeitet unter anderem an Navigation, Optronik und Verteidigungssystemen. Geführt wird die Gesellschaft von Franck Philippe Saudo, Präsident der SAS. Der Firmensitz bleibt laut offiziellen INSEE-Daten am Boulevard du Général Martial Valin in Paris (15. Arrondissement).
Nouaceur als Knotenpunkt: Nähe zu Europa, wettbewerbsfähige Kosten
Der Standort Nouaceur ist strategisch gewählt: Die Luftfahrtzone am Flughafen Mohammed V bündelt seit rund einem Jahrzehnt immer mehr Aktivitäten wie Verkabelung, Montage und Wartung – auch bei mehreren französischen Ausrüstern. Für Safran Electronics & Defense verbindet Nouaceur die geografische Nähe zu Europa mit wettbewerbsfähigen Produktionskosten.
Die 350 Mio. Dirham entsprechen zum aktuellen Kurs etwa 32 Mio. Euro. Gleichzeitig bleibt die in Frankreich gemeldete Belegschaft laut INPI-Daten mit rund 50 Beschäftigten überschaubar – ein Hinweis darauf, dass ein wesentlicher Teil der operativen Produktion außerhalb des Pariser Sitzes organisiert ist.
Rückenwind für Marokkos Aero- und Verteidigungsindustrie
Der Ausbau fällt in eine Phase, in der Marokko für europäische Luftfahrtzulieferer als prioritäres Ziel gilt, um Lieferketten abzusichern. Der Branchenverband Gifas stellte im Mai 2026 fest, dass die französische Supply Chain robuster geworden ist: 90 % der Lieferungen kommen pünktlich an, gegenüber 85 % zwei Jahre zuvor. Zusätzliche Produktionskapazitäten an ausgelagerten Standorten helfen, diese Taktung zu halten.
Für Safran Electronics & Defense bedeutet die Erweiterung in Nouaceur zudem eine stärkere Positionierung in Afrika und im Nahen Osten, wo die Nachfrage nach Verteidigungs- und Navigationsausrüstung wächst. Zu einem konkreten Zeitplan für die Inbetriebnahme der neuen Kapazitäten oder zur Zahl der lokal entstehenden Arbeitsplätze äußerte sich der Konzern bislang nicht öffentlich.
