Ein Airbus-Beluga ist in die Hallen des Museums Aeroscopia nahe Toulouse eingezogen – und schreibt damit Luftfahrtgeschichte. Nach Angaben des Museums ist es das erste Mal weltweit, dass ein Exemplar dieses außergewöhnlichen Frachtflugzeugs in einem Museum ausgestellt wird.
Der Beluga zählt zu den bekanntesten Flugzeugen überhaupt: Seine bauchige Silhouette wurde speziell dafür entwickelt, große Rumpfsektionen von Airbus-Maschinen zwischen den europäischen Produktionsstandorten zu transportieren. In der Region Toulouse gehört der Frachter seit Jahrzehnten zum industriellen Alltag – nun wird er zum Ausstellungsstück.
Aeroscopia holt den Beluga nach Blagnac – und macht ihn für Besucher zugänglich
Das Museum Aeroscopia liegt in Blagnac, direkt vor den Toren von Toulouse, und zeigt Flugzeuge, die für die französische und europäische Industriegeschichte stehen. Mit dem Zugang eines Beluga stärkt das Haus seine Rolle als Schaufenster des Airbus-Ökosystems.
Der Schritt ist auch organisatorisch bemerkenswert: Allein die Dimensionen des Flugzeugs machen Überführung und Aufstellung zu einer logistischen Herausforderung. Jetzt ist der Frachter dauerhaft vor Ort – und für das Publikum zugänglich.
Die Aufnahme in die Sammlung steht zugleich für einen Wandel bei Airbus: Während die modernisierte und größere Beluga-XL-Flotte nach und nach die internen Werksverbindungen übernimmt, gehen ältere Beluga-Modelle schrittweise in den Ruhestand – teils eben im Museum.
Rückgrat der Airbus-Fertigung: Drei Jahrzehnte Transport zwischen Europas Werken
Fast 30 Jahre lang transportierten die Beluga-Flugzeuge Flügelteile, Rumpfsektionen und andere sperrige Baugruppen zwischen Airbus-Standorten in Europa – von Hamburg bis Sevilla, über Bremen und Saint-Nazaire. Ohne diese Spezialfrachter hätte die Endmontage in Toulouse nicht in diesem Tempo funktionieren können.
Mit dem Übergang zur Beluga XL, deren Ladekapazität höher ist, werden die älteren Maschinen nach und nach aus dem Betrieb genommen. Das nun in Aeroscopia ausgestellte Exemplar steht damit für eine dokumentierte Industriegeschichte, die das Museum künftig bewahren soll.
