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Bundestag gibt grünes Licht: Deutscher Staat soll bei KNDS einsteigen – Machtverschiebung im Panzer-Konzern

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Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat den Einstieg des deutschen Staates in das Kapital von KNDS gebilligt. Das berichten Quellen, die von Zonebourse zitiert werden. KNDS ist der deutsch-französische Rüstungskonzern hinter dem Kampfpanzer Leopard und der Artilleriekanone Caesar.

Der Vorgang wurde in Berlin und Paris aufmerksam verfolgt: KNDS gilt als Schlüsselunternehmen der europäischen Panzer- und Artillerieindustrie. Eine staatliche Beteiligung aus Deutschland würde die Kräfteverhältnisse in einem Konzern direkt berühren, bei dem bislang Frankreich über den Staat als Referenzaktionär gilt.

Haushaltsausschuss als politisches Nadelöhr – Details zur Beteiligung noch offen

Das Votum des Haushaltsausschusses ist in Deutschland die zentrale politische Hürde für Ausgaben dieser Größenordnung. Mit der Zustimmung ist der Weg frei, die Beteiligung rechtlich zu formalisieren.

Wie hoch die Investition ausfällt und welcher Kapitalanteil angestrebt wird, geht aus den bislang verfügbaren Informationen nicht hervor.

Der Schritt passt in Berlins Kurs, die industrielle Basis der Verteidigung auszubauen – seit der Einrichtung des Sondervermögens Bundeswehr im Jahr 2022. Der deutsche Verteidigungshaushalt für 2026 liegt inklusive Sondervermögen bei 108,2 Mrd. Euro und damit bei mehr als dem Doppelten des französischen Budgets.

KNDS als Drehkreuz der deutsch-französischen Panzerkooperation

KNDS fertigt auf französischer Seite über Nexter unter anderem das Artilleriesystem Caesar und den Kampfpanzer Leclerc, auf deutscher Seite über KMW den Leopard 2. Zudem arbeitet der Konzern am MGCS, dem künftigen deutsch-französischen Kampfpanzer, der Leclerc und Leopard ab etwa 2040 ersetzen soll.

Ein direkter Einstieg des deutschen Staates könnte Berlins Einfluss auf industrielle Weichenstellungen und Exportentscheidungen des Konzerns stärken.

Auf französischer Seite hält der Staat Nexter über KNDS France. Formal beruht die Konzernstruktur auf einer deutsch-französischen Parität – eine direkte Beteiligung Berlins auf Ebene der KNDS-Holding würde die Natur dieses Gleichgewichts jedoch verändern.

Signal an Paris: Es geht auch um Kontrolle über gemeinsame Industrie

Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Frankreichs Generalstabschef, General Fabien Mandon, im Mai vor dem Finanzausschuss des Senats vor einem möglichen Fähigkeitsrückstand Frankreichs gegenüber Deutschland warnte. Hintergrund ist der Anspruch, den Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius formuliert hatte: Deutschland solle „die stärkste konventionelle Armee Europas“ besitzen.

Die KNDS-Beteiligung reiht sich ein in die seit 2022 angestoßenen großen Beschaffungen Berlins – von Munition über gepanzerte Fahrzeuge bis zu Luftverteidigungssystemen. Für Paris ist die Debatte damit nicht mehr nur eine Frage des Budgets, sondern auch der Kontrolle über gemeinsame industrielle Schlüsselwerkzeuge.

Hélène Vasseur
Hélène Vasseur
Hélène Vasseur suit ce qui change concrètement dans le quotidien des Français. Droits des consommateurs, démarches administratives, nouvelles règles pratiques, services publics ou arnaques à éviter : elle part toujours d'un fait daté pour expliquer qui est concerné et quoi faire. Pédagogue et attachée aux sources officielles, elle écrit au service du lecteur, avec les bons réflexes à adopter.

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