Wegen der starken Hitze schickt die französische Staatsbahn SNCF in der Region Grand Est seit Donnerstag, 18. Juni, nur noch klimatisierte TER-Züge auf die Strecke – mindestens bis Montag.
Nicht klimatisierte Garnituren werden vorübergehend aus dem Verkehr gezogen, bis der Höhepunkt der Hitzewelle vorbei ist. Die SNCF will damit verhindern, dass Fahrgäste in überhitzten Wagen festsitzen – mit dem Risiko von Kreislaufproblemen und anderen gesundheitlichen Beschwerden.
Ganz neu ist das Vorgehen nicht. Die SNCF verweist darauf, dass nach eigenen Angaben 99 % der TER-Züge klimatisiert seien. Entscheidend ist aber, ob genügend einsatzfähige klimatisierte Züge verfügbar sind, um alle Umläufe abzudecken. Wenn Teile der Flotte ausfallen oder die Hitze die Kühlsysteme an ihre Grenzen bringt, konzentriert sich der Betrieb auf die zuverlässigeren Fahrzeuge.
Störungen reichen über die Region hinaus: Ende Mai fielen 71 Intercités-Verbindungen aus
Die Einschränkungen im Grand Est stehen in einem größeren Störungskontext. Schon Ende Mai hatte die SNCF mehrere Intercités-Abfahrten gestrichen – auf Verbindungen von Paris in den Südwesten sowie auf der Achse Bordeaux–Marseille. Als Grund nannte das Unternehmen das Risiko von Klimaanlagen-Ausfällen bei den Corail-Wagen.
Insgesamt wurden in dem Zeitraum von Donnerstag bis zum darauffolgenden Montag 71 Intercités-Züge gestrichen. [5]
Um die Folgen abzufedern, erhöhte die SNCF die Kapazität der verbleibenden Züge, indem – wo technisch möglich – zusätzliche Wagen angehängt wurden. „Diese temporären Ausdünnungen betreffen gezielt die Züge zur Mittagszeit“, erklärte die SNCF damals. Zudem würden „alle betroffenen Kunden seit Beginn der Woche erneut kontaktiert, um ihnen die Neuorganisation ihrer Reise zu ermöglichen“. [2]
Wie schnell die Lage dennoch kippen kann, zeigte laut Bericht ein Fall, bei dem ein TGV während einer Hitzewelle mehrere Stunden ohne funktionierende Klimaanlage festsaß: Reisende mussten aussteigen und im Schatten der Züge Schutz suchen.
| Période | Lignes concernées | Mesure |
|---|---|---|
| 18 juin 2026 (Grand Est) | TER Grand Est | Seules les rames climatisées circulent jusqu’à lundi |
| 28-31 mai 2026 | Paris-Sud-Ouest, Bordeaux-Marseille (Intercités) | 71 trains supprimés, capacité renforcée sur les trains maintenus |
Quelle: L’Est Républicain, La Dépêche du Midi
So will die SNCF Fahrgäste bei Extremhitze schützen
Neben Zugausfällen setzt die SNCF auf mehrere Maßnahmen, um den Betrieb bei extremer Hitze stabil zu halten. Die Klimaanlagen sind dabei bewusst so eingestellt, dass es im Wageninneren nicht zu einem zu starken Temperatursturz kommt: Liegt die Außentemperatur bei 33°C, sinkt die Temperatur in den Waggons demnach nicht unter 26°C. [3]
Technisch wurden in einigen Wagen athermische Filter eingebaut, um das Eindringen von Wärme zu begrenzen. Außerdem hat die SNCF die Dächer verschiedener Intercités-, TER- und Transilien-Fahrzeuge weiß lackieren lassen, damit sie Sonnenstrahlen stärker reflektieren. Fällt eine Klimaanlage aus, steht dem Zugpersonal nach Angaben der SNCF eine telefonische Unterstützung zur Verfügung, um das Problem möglichst schnell zu beheben, bevor es sich über längere Zeit hinzieht.
Ein weiterer Hebel ist die Echtzeit-Kommunikation: Die SNCF kündigt an, Informationen „so früh wie möglich und über alle verfügbaren Kanäle“ zu verbreiten – über soziale Netzwerke, Websites sowie per SMS und E-Mail.
Chaleur extrême et trains : les failles du réseau
Alter Wagenpark, neue Hitzespitzen: Warum die Klimaanlagen an Grenzen stoßen
Die Häufung solcher Vorfälle zeigt ein strukturelles Problem: Die Corail-Wagen, die im Intercités-Verkehr eingesetzt werden, stammen aus einer Zeit, in der Hitzewellen in der heutigen Intensität selten waren. Entsprechend geraten ihre Klimaanlagen bei Spitzenwerten schneller an die Belastungsgrenze.
Die Entscheidung im Grand Est, den Verkehr nach Klimatisierung zu filtern, ist damit vor allem eine kurzfristig-pragmatische Antwort. Sie senkt das Risiko von Ausfällen während der Fahrt – reduziert aber zugleich das Angebot genau dann, wenn viele Reisende auf verlässliche Verbindungen angewiesen sind. Eine Rückkehr zum Normalbetrieb hängt laut Darstellung davon ab, dass die Hitzewelle abklingt.
Canicule SNCF Grand Est : ce qu'il faut retenir
- Depuis le 18 juin, seules les rames climatisées circulent en TER dans le Grand Est.
- 71 trains Intercités avaient déjà été supprimés fin mai sur Paris-Sud-Ouest et Bordeaux-Marseille.
- La climatisation des wagons est bridée à 26°C minimum quand il fait 33°C dehors.
- Les toits de certains matériels TER et Intercités sont peints en blanc pour réfléchir la chaleur.
- En cas de panne, une assistance téléphonique est disponible pour le contrôleur.
Sources
3 sources · 3 faits sourcés
