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Saint-Martin plant Stromabschaltungen bis 31. August – EDF warnt vor Netz-Kollaps und bittet um weniger Klima

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Auf der Karibikinsel Saint-Martin wird der Strom bis Ende August abschnittsweise abgeschaltet: EDF Archipel Guadeloupe plant rotierende Abschaltungen auf der gesamten Insel, weil das Netz „extrem“ unter Druck steht.

Das Stromnetz von Saint-Martin hält die Last nicht mehr aus. Weil die Produktion nicht ausreicht und die Nachfrage weiter steigt, setzt EDF Archipel Guadeloupe auf kontrollierte Eingriffe: lieber geplante Abschaltungen als ein großer, unkontrollierter Zusammenbruch des Netzes. Konkret gilt ein Zeitplan für rotierende Lastabschaltungen in praktisch allen Vierteln der Insel – vom 22. bis zum 31. August.

Die Abschaltungen dauern laut EDF maximal vier Stunden. Sie können tagsüber auftreten, besonders voll ist der Plan aber am Abend: Zwischen 18 und 22 Uhr erreicht der Verbrauch seinen Höhepunkt. Sandy Ground, Quartier d’Orléans, Marigot Sud, Baie Orientale, Cul-de-Sac – diese und weitere Bereiche sind im detaillierten Plan des Betreibers aufgeführt.

Maximal vier Stunden pro Abschaltblock – Ende laut Plan am 31. August

Die Eckdaten sind klar: Pro Abschaltblock sind bis zu vier Stunden ohne Strom vorgesehen. EDF empfiehlt zudem eine Klimaanlagen-Einstellung von mindestens 24°C. Als Enddatum der rotierenden Abschaltungen nennt der Betreiber den 31. August.

Wochenplan statt Blackout: EDF verteilt die Last über alle Viertel

Die Logik hinter den rotierenden Abschaltungen ist, die Knappheit auf alle Kundinnen und Kunden zu verteilen, statt einzelne Zonen dauerhaft zu treffen. EDF Archipel Guadeloupe hat dafür eine feste Rotation zwischen den Vierteln erstellt: Niemand soll ständig ohne Strom sein – aber auch niemand komplett verschont bleiben.

Solche Krisenpläne sind in Frankreich grundsätzlich bekannt. In den angespannten Wintern 2022 und 2023 hatte der französische Übertragungsnetzbetreiber RTE (Réseau de Transport d’Électricité) in der Metropole ähnliche Szenarien vorbereitet: gezielte, rotierende Abschaltungen von zwei Stunden, ausgerichtet an den Spitzen am Morgen und Abend. Auf Saint-Martin folgt die Maßnahme derselben Logik – allerdings unter Inselbedingungen, bei denen die Spielräume strukturell begrenzt sind.

EDF-Appell an die „Sobriété“: Klima auf 24°C, Waschmaschine und Ofen nach 22 Uhr

EDF will nicht nur abschalten, sondern den Verbrauch insgesamt drücken – und ruft zu kollektiver „Sobriété“ (Energiesparen) auf. Die Vorgaben sind konkret: Klimaanlagen sollen nicht unter 24°C eingestellt werden. Besonders stromhungrige Geräte wie Waschmaschine und Backofen sollen außerhalb der Spitzenzeiten laufen, also nach 22 Uhr bis 1 Uhr. Stand-by-Verbräuche sollen konsequent ausgeschaltet werden.

Der Zeitraum 18 bis 22 Uhr gilt als kritischer Engpass. Dann steigt der Haushaltsverbrauch stark an – wenn Menschen nach Hause kommen, gekocht wird und Klimaanlagen unter der karibischen Hitze auf Hochtouren laufen. In genau diesem Fenster sind die Abschaltungen auch am häufigsten vorgesehen.

Nach Darstellung von EDF kann die Mitarbeit von Haushalten und Unternehmen die Zahl und Dauer der Abschaltungen direkt senken: Jedes eingesparte Kilowatt in der Spitzenzeit entlastet das Netz und kann einen zusätzlichen Abschaltblock verhindern.

Warum Inselnetze besonders anfällig sind

Saint-Martin bündelt typische Schwachstellen vieler Stromnetze in französischen Überseegebieten: geringe oder keine Interkonnektoren, Abhängigkeit von lokaler Erzeugung und eine durch das Klima verstärkte Nachfrage. Wenn die Produktion sinkt oder die Nachfrage die installierten Kapazitäten übersteigt, kann kein Nachbarnetz kurzfristig aushelfen – die Sicherheitsmarge ist „quasi null“.

Neu ist diese Verwundbarkeit nicht, doch in diesem Sommer spitzt sie sich zu. Laut dem von EDF veröffentlichten Kalender dürfte die Lage mindestens bis Ende August anhalten. Für die Bevölkerung bedeutet das: mit Abschaltungen planen – und, wo möglich, den Verbrauch in den kritischen Stunden senken.

Sandy Ground, Marigot, Baie Orientale: Welche Viertel wann betroffen sind

Der von EDF Archipel Guadeloupe veröffentlichte Detailplan listet die vorgesehenen Abschaltfenster bis zum 31. August Viertel für Viertel. Sandy Ground, Quartier d’Orléans, Marigot Sud, Baie Orientale und Cul-de-Sac gehören zu den namentlich aufgeführten Zonen.

Für Betriebe – vor allem Restaurants, Hotels und Geschäfte – ist der Handlungsdruck unmittelbar: Abschaltungen einplanen, Öffnungszeiten anpassen, verderbliche Ware absichern. Privathaushalte sollen vor allem in der Spitzenzeit 18 bis 22 Uhr den Verbrauch senken – auch dann, wenn gerade Strom verfügbar ist, um die Gesamtlage nicht weiter zu verschärfen.

EDF nennt Ende August als Zielmarke. Wie häufig und wie lang tatsächlich abgeschaltet wird, hängt demnach aber auch davon ab, wie stark die Nachfrage in den kommenden Wochen ausfällt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

Bis zum 31. August sind auf Saint-Martin rotierende Stromabschaltungen von maximal vier Stunden vorgesehen. Betroffen sind nahezu alle Viertel der Insel im Wechsel. EDF empfiehlt, Klimaanlagen nicht unter 24°C zu stellen und stromintensive Geräte wie Waschmaschine oder Ofen außerhalb der Spitzenzeit 18 bis 22 Uhr zu nutzen – idealerweise nach 22 Uhr.

Caroline Flemming
Caroline Flemming
Caroline Flemming, rédactrice régional(e) — La Voix de France. Textes produits avec l'assistance de l'IA et relus par notre équipe éditoriale.

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