Die bretonische Biscuiterie-Pâtisserie „Maison Le Goff“ macht im Juni 2026 endgültig dicht. Für den Standort Saint-Martin-des-Champs nahe Morlaix (Département Finistère) fand sich trotz laufender Suche kein Übernehmer – 45 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz.
Die Produktionslinien werden nicht mehr anlaufen. In Saint-Martin-des-Champs, einer Gemeinde im Einzugsgebiet der Stadt Morlaix im äußersten Westen Frankreichs, endet damit ein Stück regionaler Lebensmittelindustrie: Le Goff, seit 1950 vor Ort, schließt nach 76 Jahren.
Der Schlusspunkt kommt nach Wochen der Unsicherheit. Bereits vor der offiziellen Schließung im Juni 2026 war das Unternehmen zahlungsunfähig; eine tragfähige Offerte zur Rettung des Betriebs blieb aus.
Zwei Wochen Frist – am Ende kam kein Übernehmer
Wie die Regionalzeitungen Ouest-France und Le Télégramme berichten, gab es für Le Goff zuletzt noch ein enges Zeitfenster: Zwei Wochen blieben, um einen Käufer zu finden, der den Betrieb fortführt und die 45 Arbeitsplätze erhält. Der Versuch scheiterte.
Keine Offerte führte zum Abschluss. Die Maschinen bleiben aus, und die über Generationen weitergegebenen Rezepte werden – zumindest unter dieser Marke – keinen neuen Träger finden.
Le Télégramme fasst die Lage knapp zusammen: Weil kein Übernehmer gefunden wurde, muss das Unternehmen seine Aktivitäten einstellen. Für die 45 Betroffenen ist diese kurze Formel eine harte Realität.
1950 bis 2026: Wofür Le Goff in der Bretagne stand
Gegründet 1950, war Le Goff Teil einer langen bretonischen Tradition handwerklicher Keks- und Patisserie-Produktion. Die Bretagne gilt in Frankreich als eine der historischen Hochburgen der Biscuiterie – umso auffälliger ist das Ende eines Betriebs, der sich über Jahrzehnte am Markt hielt.
Die Schließung trifft nicht ein junges Unternehmen ohne Kundschaft, sondern eine etablierte Struktur mit Geschichte, Stammkundschaft und starker regionaler Verankerung – die dem finanziellen Druck am Ende nicht standhielt.
Der Fall passt in ein größeres Bild: Auch andere mittelständische Lebensmittelbetriebe in der Bretagne geraten unter Druck. So hatte die größere bretonische Biscuiterie La Trinitaine Anfang 2026 ein Sanierungsverfahren durchlaufen. Das Handelsgericht in Rennes befasste sich am 14. Januar 2026 mit nur einem Übernahmeangebot für den industriellen Bereich – einer Teilübernahme, nach der 84 Stellen wegfielen. Le Goff ist kleiner, zeigt aber eine ähnliche strukturelle Spannung.
Pourquoi les biscuiteries bretonnes peinent à survivre
45 Beschäftigte – und wenig Alternativen vor Ort
Für die 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet die Schließung Jobsuche in einer Region, in der passende Alternativen begrenzt sind. Zwar ist die Lebensmittelbranche im Finistère präsent, doch qualifizierte Stellen in der Keks- oder Patisserie-Produktion lassen sich nicht ohne Weiteres ersetzen.
Die von Ouest-France in der Überschrift zitierte Formulierung „une immense tristesse“ („eine immense Traurigkeit“) bringt die Stimmung im Umfeld des Falls auf den Punkt – auch weil viele bis zuletzt auf eine Rettung gehofft hatten.
| Date / période | Événement |
|---|---|
| 1950 | Fondation de la biscuiterie Le Goff à Saint-Martin-des-Champs (Finistère) |
| Printemps 2026 | Cessation de paiements, recherche de repreneur engagée |
| Juin 2026 | Fermeture définitive, 45 licenciements confirmés |
Source : Ouest-France
Le Goff und La Trinitaine: zwei Verfahren, ein angeschlagener Sektor
Der Vergleich mit La Trinitaine liegt nahe. Der größere Betrieb hatte ebenfalls zu Jahresbeginn ein Verfahren zur Sanierung durchlaufen; beim Handelsgericht Rennes lag für den industriellen Teil nur ein einziges Übernahmeangebot vor. Die Folge: 84 gestrichene Stellen.
Zwei Unternehmen, zwei getrennte Verfahren – und doch ein gemeinsamer Druck auf die Branche. In der Bretagne stehen industrielle Biscuiteries laut Bericht unter Belastung durch steigende Produktionskosten, Konkurrenz großer nationaler Marken und Handelsmarken sowie die schwierige Übergabe älterer Industrieanlagen an Käufer, die kurzfristig ein tragfähiges Modell finden müssen.
Beim Standort Saint-Martin-des-Champs kam eigentlich ein Plus hinzu: starke lokale Verankerung und regionale Bekanntheit, aufgebaut über Jahrzehnte. Gereicht hat es dennoch nicht.
Was die Schließung für Saint-Martin-des-Champs bedeutet
Die Gemeinde verliert einen langjährigen Arbeitgeber. Für Saint-Martin-des-Champs im Umfeld von Morlaix ist der Wegfall eines Standorts mit 45 Beschäftigten mehr als eine Randnotiz – solche Schließungen treffen das lokale Wirtschaftsgefüge über die direkten Jobs hinaus.
Die Entlassenen sollen die üblichen Unterstützungsmaßnahmen erhalten. Offen bleibt jedoch, was aus dem Industrieareal wird: Gebäude, Anlagen, Grundstücke könnten neue Projekte anziehen – oder leer stehen. Aus den vorliegenden Quellen gibt es dazu bislang keine Angaben.
Klar ist nur: Unter dem Namen Maison Le Goff wird in Saint-Martin-des-Champs nicht mehr produziert. Die Schließung ist seit Juni 2026 wirksam.
Biscuiterie Le Goff : les faits clés de la fermeture
- La biscuiterie Le Goff était implantée à Saint-Martin-des-Champs (Finistère) depuis 1950.
- Aucun repreneur n'a été trouvé malgré une dernière fenêtre de deux semaines.
- 45 salariés sont licenciés à la suite de la fermeture définitive en juin 2026.
- La Trinitaine, autre biscuiterie bretonne, avait aussi perdu 84 emplois début 2026 lors d'une reprise partielle.
- L'entreprise était en cessation de paiements depuis plusieurs semaines avant la fermeture.
Sources
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