In Paris hat im Juni 2026 die Rüstungsmesse Eurosatory begonnen – und die Veranstalter setzen auf Superlative: Die Ausgabe 2026 soll die größte und meistbesuchte in der Geschichte des Formats sein. Der Termin fällt in eine Phase, in der die europäischen Verteidigungsetats so schnell wachsen wie seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr.
Das erklärt auch den Andrang: Europas Streitkräfte beschaffen derzeit in großem Stil neue Fähigkeiten für den Landkrieg. Entsprechend hoch ist das Interesse von Industrie, staatlichen Delegationen und militärischen Einkäufern, die in Paris zusammenkommen.
Veranstalter sprechen von der größten Eurosatory aller Zeiten
Eurosatory wurde als Schaufenster für Land- und luftlandgestützte Systeme geschaffen. In Paris treffen sich dafür Hersteller, Regierungsdelegationen und militärische Beschaffer aus mehreren Dutzend Ländern. Französische Schwergewichte wie KNDS, Thales oder MBDA sind traditionell stark vertreten.
Über allem liegt die geopolitische Lage. Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine sind Bestellungen für gepanzerte Fahrzeuge, Artilleriesysteme und Munition stark gestiegen. Den Unternehmen auf der Eurosatory ist klar: Ein Teil ihrer Auftragsbücher hängt auch von den Entscheidungen ab, die in den Messehallen und Gesprächen am Rande angebahnt werden.
Frankreich als Industrie-Schaufenster – unter wachsendem Konkurrenzdruck
Für die französische Rüstungsindustrie geht es in Paris sichtbar um Positionierung. Deutschland investiert massiv in die eigene militärische Industrie, zugleich greifen mehrere europäische Staaten inzwischen auf US- oder koreanische Anbieter zurück, um ihre Landstreitkräfte schnell auszurüsten. Eurosatory bietet den französischen Konzernen damit eine Bühne, um ihre Rolle gegen diese Konkurrenz zu verteidigen.
Im Mittelpunkt stehen Landsysteme: gepanzerte Fahrzeuge, bodengebundene Kurzstrecken-Flugabwehr, Kampfdrohnen und Führungs- und Kommandosysteme gehören zu den Kategorien, die ausländische Delegationen in Paris besonders genau prüfen.
Erfolg wird sich an Verträgen bis 2028 messen lassen
Die nächste Eurosatory ist für 2028 angekündigt. Bis dahin wird sich der kommerzielle Erfolg der Ausgabe 2026 vor allem daran ablesen lassen, welche Verträge in dieser Pariser Woche unterschrieben oder zumindest verhandelt wurden.
