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Französisch-Polynesien stellt ab 2026 1,6 Mio. km² Ozean unter strengsten Schutz – größte Meeresschutzzone der Welt wächst

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Französisch-Polynesien will ab 2026 insgesamt 1,6 Mio. Quadratkilometer Ozean unter den höchsten Schutzstatus stellen. Das kündigte Präsident Moetai Brotherson gegenüber der Nachrichtenagentur AFP an.

Das französische Überseegebiet im Pazifik verfügt bereits seit 2025 über eine als Meeresschutzgebiet (AMP) ausgewiesene ausschließliche Wirtschaftszone von rund 4,8 Mio. Quadratkilometern – nach Angaben des Berichts die größte AMP weltweit. Bislang galt der strengste Schutz jedoch nur für 1,1 Mio. Quadratkilometer in den Kategorien 1 und 2.

Diese Flächen sind sogenannte „No-take“-Zonen: Erlaubt sind dort nur nachhaltiger Tourismus und bestimmte Formen traditioneller Fischerei. Mit der nun angekündigten Ausweitung sollen künftig 1,6 Mio. Quadratkilometer unter dieses verschärfte Regime fallen.

Brotherson setzt auf Vorbildwirkung – und trifft auf Widerstand

Brotherson begründet den Schritt mit einer regionalen Verantwortung. „Das ist unsere Mission als Ozeanier. Und wir hoffen auch, dass das andere Länder inspirieren kann, insbesondere die größeren, in der Art und Weise, wie sie ihre Beziehung zum Ozean managen“, sagte er der AFP.

Ganz ohne Konflikte läuft die Erweiterung nicht. In den vergangenen Monaten hat die französische Marine in Französisch-Polynesien mehrere Anti-Drogen-Einsätze durchgeführt und dabei in drei Fällen mehrere Tonnen Rauschgift beschlagnahmt.

Die Drogen wurden anschließend im Meer versenkt – laut Militär außerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone. Diese Praxis stieß bei vielen Polynesiern auf Ablehnung. Brotherson räumt ein: „Im Prinzip kann man es vorziehen, dass diese Droge anders zerstört wird als durch eine Ozeanisierung“, relativiert aber zugleich die Auswirkungen mit Blick auf das Volumen des Ozeans.

Die Versammlung von Französisch-Polynesien (das lokale Parlament) soll in den kommenden Wochen eine Vorlage prüfen, die solche Versenkungen verbieten würde.

Mehr Personal und Behörden: Kontrolle über eine riesige Fläche

Die Ausweisung von 1,6 Mio. Quadratkilometern als streng geschützte Zone erfordert deutlich mehr Überwachung. Die im Januar 2026 zusammengetretene gemischte maritime Kommission beschloss, noch in diesem Jahr zusätzliche Mittel in Französisch-Polynesien zu stationieren.

Dazu zählen die „Escouade de réserve côtière“ der französischen Marine sowie Verstärkungen für das französische Amt für Biodiversität (Office français de la biodiversité) und den staatlichen Dienst für maritime Angelegenheiten (Service de l’État des affaires maritimes).

Die Überwachung soll sich laut Bericht auf vier Schwerpunkte stützen: Schutz der Meeresumwelt, Fischereikontrollen, Sicherheit auf See und Hydrographie. Ziel ist es, einen Raum abzudecken, der für sich genommen zu den größten Reserven mariner Biodiversität im Pazifik zählt.

Valérie Temarii
Valérie Temarii
Valérie Temarii, rédactrice régional(e) — La Voix de France. Textes produits avec l'assistance de l'IA et relus par notre équipe éditoriale.

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