Zwei Rafale-Kampfjets der französischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte sind im August 2024 über Lothringen in der Luft zusammengestoßen. Beide Piloten kamen dabei ums Leben.
Fast zwei Jahre nach dem Unglück liegt nun das zentrale Ergebnis der Ermittlungen vor: Nach Angaben aus der Untersuchung war ein Pilotenfehler die Ursache der Kollision.
Tödlicher Zusammenstoß löste Untersuchung des Militär-Unfallbüros aus
Unmittelbar nach dem Crash nahm das Bureau enquêtes accidents défense (BEAD-air) die Arbeit auf – die französische Stelle, die militärische Flugunfälle technisch untersucht. Kollisionen zwischen zwei Flugzeugen desselben Typs, etwa bei Formationsflügen oder Übungen, gelten bei einem modernen Mehrzweckjäger wie der Rafale als selten.
Der Rafale ist unter anderem mit fortgeschrittenen Systemen zur Unterstützung der Flugführung ausgestattet. Welche konkrete Flugbewegung zum Zeitpunkt des Aufpralls geflogen wurde, ist in den bislang verfügbaren Informationen jedoch nicht näher beschrieben. Die technische Untersuchung konzentrierte sich auf den Ablauf der Flugsequenz und die Eingaben an den Steuerorganen.
Technischer Defekt ausgeschlossen – menschlicher Fehler als Hauptursache
Die Ermittler verwarfen demnach die Spur eines technischen Versagens. Stattdessen wird ein Fehler bei der Flugführung als Hauptursache des Unglücks benannt. Solche Befunde sind bei militärischen Flugunfällen international nicht ungewöhnlich – sie lenken den Blick vor allem auf Ausbildungs- und Verfahrensfragen, den Umgang mit geringer Distanz im Flug sowie die Bedingungen, unter denen Missionen und Übungen durchgeführt werden.
Für die französischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte ist der Verlust von zwei Rafale samt Besatzungen in einem einzigen Ereignis ein schwerer operativer und menschlicher Einschnitt. Die Rafale bildet heute das Rückgrat der französischen Jagdflugzeugflotte; jeder einzelne Jet ist für den in der französischen Militärplanung festgelegten Fähigkeitsumfang relevant.
Empfehlungen aus dem BEAD-air-Bericht könnten – sofern sie veröffentlicht werden – zu Anpassungen bei Verfahren für Formationsflüge oder bei Regeln für taktische Übungen führen.
