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Neukaledonien wählt am 28. Juni: 192.000 Stimmberechtigte entscheiden über Provinzen – und neue Statusgespräche

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In Neukaledonien (französisches Überseegebiet im Pazifik) sind am 28. Juni 2026 rund 192.000 Wahlberechtigte zu Provinzwahlen aufgerufen – erstmals seit 2019. Der Urnengang war dreimal verschoben worden und gilt als Richtungsentscheidung in einem Territorium, das die Unruhen von 2024 und eine schwere Wirtschaftskrise noch nicht abgeschüttelt hat.

Nach sieben Jahren aufeinanderfolgender Krisen ist die Lage fragil: Demografischer Schock, Rekordverschuldung, eine am Boden liegende Nickelindustrie – laut AFP sind dadurch 15 Jahre Wachstum ausgelöscht worden. Ein Bericht des Institut d’émission d’outre-mer vom 11. Juni sieht zwar Anzeichen der Stabilisierung, dennoch bleibt Neukaledonien im Vergleich zu anderen französischen Überseegebieten zurück.

Gewählt wird parallel in drei Provinzen: Süd, Nord und Loyalitätsinseln. Insgesamt werden 76 Provinzräte bestimmt – 40 im Süden, 22 im Norden und 14 auf den Loyalitätsinseln. Diese Versammlungen entsenden anschließend Mitglieder in den Kongress, der wiederum die lokale Regierung bildet. Die Ergebnisse dürften das Kräfteverhältnis zwischen Loyalisten und Unabhängigkeitsbefürwortern neu ordnen – und festlegen, wer künftig die Gespräche über den Status des Archipels führt.

Wahlrecht bleibt auf 1998 „eingefroren“ – ein Kompromissvorschlag überzeugt keine Seite

Der Urnengang findet weiterhin im Rahmen des Nouméa-Abkommens statt, weil eine verfassungsrechtliche Einigung ausbleibt. Das Wahlregister ist dabei auf 1998 „eingefroren“: Stimmberechtigt sind nur Personen, die damals in Neukaledonien lebten und zehn Jahre Wohnsitz nachweisen, oder deren Eltern diese Bedingungen erfüllten.

Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu schlug vor, das Register um „Natives“ zu erweitern – etwa 11.000 Menschen, die im Gebiet geboren wurden, aber die bisherigen Kriterien nicht erfüllen – sowie um Ehepartnerinnen und Ehepartner von Neukaledoniern. Diese partielle Öffnung lässt jedoch sowohl Unabhängigkeitslager als auch Nicht-Unabhängigkeitslager unzufrieden zurück.

Das im Juli 2025 geschlossene Abkommen von Bougival sah eine weitergehende Reform des Wahlkörpers vor. Der FLNKS (Unabhängigkeitsbündnis) lehnte es jedoch ab, und die französische Nationalversammlung verweigerte am 2. April die Übernahme in die Verfassung. Der Senat hatte seinerseits eine Verfassungsreform verabschiedet, die unter anderem die Schaffung eines „Staates Neukaledonien“ mit eigener Staatsangehörigkeit vorsah und den Wahltermin spätestens auf den 20. Dezember 2026 festlegte. Am Ende wurde der 28. Juni angesetzt – im bestehenden institutionellen Rahmen.

2.400 Sicherheitskräfte im Einsatz – Wahlkampf läuft auf den Loyalitätsinseln bis zuletzt

Die Erinnerung an die Unruhen von 2024 prägt die Vorbereitung der Wahl. Rund 2.400 Kräfte der Sicherheitsbehörden, darunter 1.120 mobile Gendarmen, sind bis Mitte Juli im Archipel stationiert.

Die Zahl urbaner Gewalttaten ist laut dem Hochkommissariat der Republik deutlich gesunken: In den ersten fünf Monaten 2026 wurden 700 Vorfälle registriert, im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor waren es 1.200.

Währenddessen werben die Listen bis zum letzten Moment um Stimmen. In Lifou auf den Loyalitätsinseln versammelte die Liste UC-FLNKS am Samstagabend in der Stammesgemeinschaft Hapetra etwa 20 Menschen. „Es gibt ein Kräftemessen, es gibt eine Schlacht, es gibt ein historisches Treffen, das auf uns wartet, das auf das Kanak-Volk wartet“, sagte Pierre Qaeze, Kandidat der Liste. „Wir haben nicht das Recht, unsere Stimmen zu zerstreuen.“ Seine Mitstreiter stellen die Wahl als entscheidenden Moment für die Zukunft der Loyalitätsinseln und des Kanak-Volkes dar – weit über eine bloße Neuaufstellung der Provinzversammlungen hinaus.

Sophie Marigaux
Sophie Marigaux
Sophie Marigaux, rédactrice régional(e) — La Voix de France. Textes produits avec l'assistance de l'IA et relus par notre équipe éditoriale.

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