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Venturi Space investiert 250 Mio. Euro in Toulouse: Neues Rover-Zentrum soll Artemis ab 2028 und „Mona Luna“ liefern

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Venturi Space will in Toulouse 250 Mio. Euro in ein neues Technologiezentrum investieren – und damit die Fertigung von Fahrzeugen für Mond- und Marsmissionen nach Südfrankreich holen. Geplant sind ein Standort mit 16.000 m² Fläche sowie 200 hoch qualifizierte Jobs bis 2030.

Die Ankündigung erfolgte am 1. Juni 2026 im Schloss von Versailles beim Investorenformat „Choose France“. Das monegassische Unternehmen, spezialisiert auf „Mobilität im All“, setzt dabei auf Toulouse als künftiges europäisches Hauptquartier. Firmenpräsident Gildo Pallanca Pastor fasst die Ambition so zusammen: „Wir haben die Technologien, die Erfahrung und die Partner, um weiter zu gehen.“

Venturi Space France ist in der Metropolregion Toulouse bereits seit Januar 2024 registriert; der Sitz liegt im Parc technologique du Canal in Ramonville-Saint-Agne. Mit dem Auftritt in Versailles macht das Unternehmen nun offiziell, was es nach eigenen Angaben seit zweieinhalb Jahren in der „Ville rose“ vorbereitet.

En chiffres
250 M€
Investissement total de Venturi Space à Toulouse
annoncé à Choose France 2026
200
Emplois qualifiés créés d'ici 2030
ingénieurs et techniciens spatiaux
16 000 m²
Surface du futur centre technologique
assemblage de rovers lunaires et martiens
2028
Première mission lunaire Artemis avec le rover CLV-1
contrat NASA avec Venturi Astrolab
2030
Déploiement envisagé du rover Mona Luna
100 % européen, assemblé à Toulouse

Ein Standort für die Rover von morgen

Das geplante Zentrum mit 16.000 m² soll Entwicklung und Montage von „Astromobilen“ bündeln – also Fahrzeugen, die in extremen Umgebungen funktionieren müssen. Im Fokus stehen laut Unternehmen unter anderem Hochleistungsbatterien, „hyperverformbare“ Räder und Systeme für das Energiemanagement. Die bis 2030 erwarteten 200 Ingenieurinnen, Ingenieure sowie Technikerinnen und Techniker sollen an Technologien arbeiten, die in Europa nur wenige Akteure beherrschen.

„Dieser Standort wird das Flaggschiff von Venturi Space in Europa sein“, sagt Dr. Antonio Delfino, Direktor für Raumfahrtangelegenheiten des Unternehmens. Die Teams würden „an kritischen Technologien, der Integration komplexer Systeme und der Montage von Astromobilen arbeiten, die dafür ausgelegt sind, sich in den extremsten Umgebungen zu bewegen“ [1].

Finanziell umfasst das Paket von 250 Mio. Euro laut Le Figaro zusätzlich 150 Mio. Euro, die zu bereits eingegangenen Verpflichtungen hinzukommen [4]. Für Venturi Space ist das ein Schritt in eine neue Größenordnung – nicht nur als Ankündigung, sondern als Industrieprojekt.

Venturi Space in Toulouse: die wichtigsten Kennzahlen des Projekts
Indikator Wert
Angekündigtes Gesamtinvestment 250 Mio. Euro
davon zusätzlich angekündigtes Investment 2026 150 Mio. Euro
Fläche des Technologiezentrums 16.000 m²
Neue Stellen (Ziel 2030) rund 200 hoch qualifizierte Jobs
Präsenz in Toulouse seit Januar 2024

Quelle: Nice-Matin, Le Figaro

Artemis als industrieller Anker: NASA setzt ab 2028 auf CLV-1

Der Plan aus Toulouse ist eng mit einem US-Auftrag verknüpft. Die NASA hat den Rover CLV-1 von Venturi Astrolab – dem US-Partner von Venturi Space – ausgewählt, um im Artemis-Programm ab 2028 Astronautinnen und Astronauten auf der Mondoberfläche zu transportieren. Diese Auswahl macht das Investment in Toulouse aus Sicht des Unternehmens zu einer belastbaren Industrieentscheidung statt zu einer reinen Schaufensterankündigung.

Der Zeitplan ist entsprechend straff: Artemis verlangt operative Einsatzfähigkeit ab 2028. Damit muss das Zentrum in Toulouse schnell hochfahren. Die bis 2030 geplanten 200 Neueinstellungen verteilen sich damit auf weniger als vier Jahre – in einem Arbeitsmarkt, der in Toulouse durch Luft- und Raumfahrt bereits stark ausgelastet ist [2].

Hinzu kommt: Die französische Luft- und Raumfahrtbranche erzielte 2025 laut Artikel mehr als 85 Mrd. Euro Umsatz – ein Rekord. Venturi Space siedelt sich damit in einer Region an, in der bereits Airbus, das französische Raumfahrtzentrum CNES (Centre national d’études spatiales) und ein dichtes Netz spezialisierter Zulieferer sitzen. Für die Rekrutierung hoch spezialisierter Profile gilt Toulouse damit als einer der stärksten Standorte in Europa.

Warum diese Mond-Wette die französische Raumfahrt verändert

250 M€ Investition
Das finanzielle Engagement zielt auf ein industrielles Referenzzentrum in Europa – inklusive zusätzlich 150 Mio. Euro, angekündigt 2026.
200 qualifizierte Jobs
Gesucht werden vor allem Ingenieurprofile für Raumfahrtsysteme – in einem bereits dichten Luft- und Raumfahrt-Arbeitsmarkt in Toulouse.
Europäische Raumfahrt-Souveränität
„Mona Luna“, ein zu 100 Prozent europäischer Rover, soll in Toulouse montiert werden – als Antwort auf Abhängigkeiten von US-Programmen.
2028 als harter Termin
Die NASA-Auswahl des CLV-1 setzt einen engen Industriekalender: Das Zentrum muss vor den ersten Artemis-Missionen einsatzbereit sein.
Toulouse stärkt Rolle als Raumfahrt-Hub
Nach Airbus und CNES kommt Venturi Space in ein Ökosystem, das 2025 für die französische Branche mehr als 85 Mrd. Euro Umsatz generierte.

„Mona Luna“: Venturi setzt parallel auf einen komplett europäischen Rover

Jenseits von Artemis verfolgt Venturi Space eine zweite Linie: europäische Eigenständigkeit. Der Rover „Mona Luna“, 2025 in der Cité de l’Espace in Toulouse vorgestellt, ist vollständig in Europa entwickelt. Ein Einsatz wird für die Zeit um 2030 in Aussicht gestellt; die Montage soll am künftigen Standort in Toulouse erfolgen [3].

Genau diese Doppelstrategie – US-Programm auf der einen, europäische Autonomie auf der anderen Seite – macht das Projekt aus Sicht französischer Entscheider attraktiv. Toulouse würde damit nicht nur als Zulieferstandort für eine ausländische Raumfahrtagentur auftreten, sondern als Integrationsort für zwei unterschiedliche Märkte. Zugleich passt die Ankündigung in die Logik von „Choose France“, das Investitionen mit langfristiger technologischer Wertschöpfung anziehen soll.

Venturi Space baut zudem Standorte in der Schweiz und in Monaco aus – der industrielle Schwerpunkt liegt laut Artikel jedoch künftig klar in Toulouse [5].

Occitanie als Magnet für Raumfahrt- und Verteidigungstechnologien

Beim selben Gipfel wurde auch ein weiteres Großprojekt für die Region bekannt: Der portugiesische Drohnenhersteller Tekever will 100 Mio. Euro über fünf Jahre investieren und 100 Jobs in der Region schaffen. Damit steigt sein kumuliertes Engagement laut Artikel auf 200 Mio. Euro und insgesamt 200 Arbeitsplätze. Zusammen mit Venturi Space stärkt das die Position Okzitaniens als Zielregion für Technologien rund um Verteidigung und Exploration.

Für Venturi Space beginnt nun die operative Phase: Flächen sichern, Personal einstellen – und einen ersten einsatzfähigen Rover liefern, bevor Artemis-Astronautinnen und -Astronauten den Mond betreten. Der Termin 2028 lässt dabei kaum Spielraum.

Venturi Space in Toulouse: die wichtigsten Punkte

    • Venturi Space France sitzt seit Januar 2024 in Ramonville-Saint-Agne (Metropolregion Toulouse).
    • Das Technologiezentrum (16.000 m²) soll der Montage von Astromobilen für Mond und Mars dienen.
    • Die NASA wählte den Rover CLV-1 von Venturi Astrolab für Artemis-Missionen ab 2028 aus.
    • Der zu 100 Prozent europäische Rover „Mona Luna“ wurde 2025 vorgestellt und könnte in Toulouse montiert werden.
    • Die Investition von 250 Mio. Euro umfasst zusätzlich 150 Mio. Euro, angekündigt bei „Choose France“ 2026.
    • Gildo Pallanca Pastor ist Präsident von Venturi Space France.
Antoine Rives
Antoine Rives
Antoine Rives scrute tout ce qui pèse ou allège le budget des ménages français. Prix des courses, énergie, carburant, banque, assurances, abonnements, salaires, impôts et taxes : il part toujours d'un fait daté et chiffré pour dire qui est concerné, de combien et ce qu'on peut concrètement faire — économiser, changer, réclamer. Direct et sans jargon, il remet les montants en perspective à partir de sources françaises.

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