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Viva Tech 2026: Nouvelle-Aquitaine bringt 36 Start-ups nach Paris – und setzt beim Markteintritt gezielt auf Deutschland

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Mit 36 jungen Unternehmen und Projekten tritt die französische Region Nouvelle-Aquitaine bei Viva Technology 2026 in Paris an – und nutzt die Messe als Sprungbrett ins Ausland. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr ein „Softlanding“ nach Deutschland, dem Partnerland der Ausgabe.

Zum neunten Mal ist Nouvelle-Aquitaine auf der Tech-Messe Viva Tech vertreten, doch die Delegation ist zu 80 Prozent neu. Auf dem Stand H32 teilen sich 28 Start-ups und acht Projekte von Studierenden-Unternehmern aus den Pépite-Hubs eine Fläche von 106 m². Ausgewählt wurden sie aus 73 Bewerbungen. Acht Départements der Region sind vertreten – mit Themen von Gesundheit über Materialien und Energie bis Agroökologie, Digitales und Industrie.

Vor Ort ist das Ganze als eng getaktetes Förder- und Vernetzungsformat angelegt: ADI Nouvelle-Aquitaine (die regionale Innovations- und Wirtschaftsförderagentur), Nouvelle-Aquitaine Technopoles, das Bündnis Actena mit 29 Technologietransferzentren sowie Verdinum und Emmaüs Connect bespielen den Stand während der gesamten Messe. Am 18. Juni ist zudem eine Networking-Session rund um das Regionalprogramm Sirena Start-up angesetzt, das gezielt Auslandsmärkte öffnen soll – mit besonderem Fokus auf einen vorbereiteten Markteintritt („Softlanding“) nach Deutschland.

En chiffres

36 Unternehmen am Pavillon von Nouvelle-Aquitaine bei Viva Tech 2026 (28 Start-ups und 8 Projekte von Studierenden-Unternehmern)

80 % Erneuerung der Regionaldelegation (ausgewählt aus 73 Bewerbungen)

17 Unternehmen in der Delegation zur CES Las Vegas 2026 (13 Start-ups und 4 etablierte Unternehmen)

29 Technologietransferzentren über Actena (Partner des Viva-Tech-Stands)

4.500 Aussteller im Eureka Park der CES – und mindestens 140.000 Besucher

Gesundheit und KI: Zwei Schwerpunkte der Delegation

Sieben der Viva-Tech-Teilnehmer aus Nouvelle-Aquitaine bringen Lösungen aus Gesundheit oder Wohlbefinden mit. Yunohit aus Bègles will den Zugang zur gemeinsamen elektronischen Patientenakte mithilfe von KI modernisieren. SkinMed (Saint-Sulpice-de-Roumagnac) entwickelt eine Software-Suite für dermatologische Tele-Expertise. Hope Valley aus La Rochelle arbeitet an der Simulation seltener Ereignisse für die medizinische Forschung. Neurathletics, hervorgegangen aus fünf Jahren Forschung und Entwicklung am CNRS in Pessac, bietet ein Neurofeedback-Tool für Spitzensportler. AF Genese aus Saumos wurde in Partnerschaft mit dem Inserm entwickelt. Ergänzt wird die Gruppe durch ADN Secours (Gujan-Mestras) und Cellule rouge (Poitiers).

In der „Battle des régions“, einem Pitch-Wettbewerb mit zehn französischen Start-ups, vertritt Starfish Biosciences die Region. Der Wettbewerb macht sichtbar, wie stark französische Regionen um internationale Investorenaufmerksamkeit konkurrieren. Nouvelle-Aquitaine setzt dabei laut Darstellung auf Dauerpräsenz statt auf einzelne, punktuelle Auftritte.

Diese Linie zeigt sich auch beim Blick auf die CES in Las Vegas: Im Januar 2026 reiste eine Delegation von 17 Unternehmen aus der Region an – 13 Start-ups und vier etabliertere Firmen. Unter dem Label „Team NAqui“ wurde sie vom Regionalrat, CCI International Nouvelle-Aquitaine, der French Tech Bordeaux, Business France und Team France Export getragen. Vier Themen rahmten die Auswahl: „souveräne und leistungsfähige Industrie“, Gesundheit, Smart City und Wohlbefinden sowie nachhaltige Mobilität. SkinMed und Hope Valley AI waren sowohl in Las Vegas als auch bei Viva Tech dabei – ein Hinweis auf eine konsistente Auswahl über verschiedene Leitmessen hinweg.

La présence néo-aquitaine sur les grands salons tech en 2026

CES Las Vegas (Jan. 2026): 17 Unternehmen (13 Start-ups, 4 etabliert) – Organisatoren: Region, CCI International NA, French Tech, Business France

Viva Technology 2026: 36 Unternehmen und Projektträger (28 Start-ups, 8 Pépite-Projekte) – Organisatoren: ADI-NA, NA Technopoles, Actena, Verdinum, Emmaüs Connect

Sirena Start-up: Regionaler „Softlanding“-Ansatz statt breiter Exportprogramme

Sirena Start-up grenzt sich von nationalen Export- und Internationalisierungsangeboten etwa von Business France oder der nationalen French Tech durch seinen regionalen Zuschnitt und die Logik eines gezielten „Softlanding“ ab. Während große nationale Akteure breiter ansetzen, baut Sirena Brücken Land für Land – 2026 mit Priorität Deutschland. Die Idee: Start-ups nicht allein in einen unbekannten Markt zu schicken, sondern die Landung vorzubereiten, inklusive qualifizierter Kontakte.

Im Vergleich zu anderen französischen Regionen wird die Strategie deutlicher: Die Île-de-France mit ihrer deutlich höheren Konzentration großer Tech-Konzerne und Investmentfonds zieht naturgemäß stärker kapitalisierte Start-ups an. Nouvelle-Aquitaine setzt stattdessen auf ein dichtes Unterstützungsnetz – unter anderem die Allianz Actena mit 29 Technologietransferzentren – und auf wiederholte Präsenz auf internationalen Leitmessen, weniger auf die Größe mobilisierter Investmenttickets.

Christian Houël, Präsident des Direktoriums von ADI Nouvelle-Aquitaine, fasste die Ambition in einem im Februar 2026 veröffentlichten Beitrag so zusammen: Die Agentur wolle „eine entschlossen ambitionierte Strategie tragen, in der sich Innovation, Nachhaltigkeit und Kooperation verbinden“. Hinter der institutionellen Formel steht ein konkreter Auswahl- und Rotationsmechanismus: 73 Bewerbungen für 36 Plätze bei Viva Tech – und eine Erneuerungsquote von 80 Prozent, die für Wechsel bei den international sichtbaren Akteuren sorgt.

Tech for Future und die Achse Bordeaux–Toulouse: Südwest-Ökosystem als Basis für den Auslandskurs

Die Internationalisierung baut zugleich auf regionale Vorarbeit. Im Februar 2026 brachte der Wettbewerb Tech for Future 24 Start-ups aus Nouvelle-Aquitaine und Okzitanien in Bordeaux zusammen – Teil einer nationalen Tour von La Tribune. Sechs Sieger wurden gekürt, je einer pro Kategorie: Data und KI, Umwelt und Energie, Impact, Industrie, Gesundheit sowie „Start“ für Frühphasenprojekte. Diese Teams ziehen mit 30 Finalisten aus ganz Frankreich in ein nationales Finale in Paris ein, inklusive einer Sonderkategorie „Souveränität“.

Die Vernetzung zwischen Bordeaux und Toulouse – zwei Tech-Metropolen mit komplementären Profilen, Bordeaux stärker in Digitalem und Gesundheit, Toulouse in Luft- und Raumfahrt – gilt als struktureller Vorteil des französischen Südwestens. Außerhalb der Île-de-France ist diese kritische Masse in Frankreich selten.

Wie methodisch die Region vorgeht, zeigt die Vorbereitung auf die CES 2026: Die 17 Delegationsunternehmen absolvierten vier halbtägige Sessions, organisiert von CCI International Nouvelle-Aquitaine – von der Definition strategischer Ziele über den Aufbau eines Programms mit qualifizierten Terminen vor Ort bis zum intensiven Training kurzer Pitches. Ziel war, im Eureka Park der CES zu bestehen, wo 4.500 Aussteller auftreten und mindestens 140.000 Besucher gezählt werden. Gegen diese globale Konkurrenz soll kollektive Vorbereitung ausgleichen, was Unternehmensgröße allein nicht kompensieren kann.

Nouvelle-Aquitaine à l’international en 2026 : les chiffres clés

Die Region war 2026 zum 9. Mal bei Viva Technology vertreten. Starfish Biosciences tritt für Nouvelle-Aquitaine in der „Battle des régions“ an. Sirena Start-up fokussiert 2026 Deutschland als Partnerland der Messe. SkinMed und Hope Valley AI waren sowohl bei der CES Las Vegas als auch bei Viva Tech 2026 präsent. In Bordeaux wurden im Wettbewerb Tech for Future 2026 sechs Siegerteams aus dem Südwesten gekürt. Die CES-Start-ups absolvierten vier Vorbereitungssessions unter Leitung von CCI International Nouvelle-Aquitaine.

Sources

Sud Ouest; La Tribune (jeweils wie im Original verlinkt)

Laure Girard
Laure Girard
Laure Girard, rédactrice régional(e) — La Voix de France. Textes produits avec l'assistance de l'IA et relus par notre équipe éditoriale.

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