SoftBank will in Frankreich 75 Mrd. Euro in Infrastruktur rund um Künstliche Intelligenz investieren. Konzernchef Masayoshi Son machte die Zusage in einem Interview mit La Tribune Dimanche – kurz vor dem Investoren-Gipfel „Choose France“ am 1. Juni im Schloss Versailles.
Son sprach laut Le Figaro selbst vom „wichtigsten Investment in Europa in Infrastrukturen, die mit Künstlicher Intelligenz verbunden sind“. Von den 75 Mrd. Euro sollen 45 Mrd. Euro bis 2031 in der Region Hauts-de-France in den Bau von Rechenzentren fließen.
45 Mrd. Euro bis 2031 für Rechenzentren in Hauts-de-France
Dass SoftBank den Schwerpunkt auf Hauts-de-France legt, ist aus Sicht des Konzerns kein Zufall: Die Region gilt als gut angebunden und verfügt über Voraussetzungen bei Energie und Logistik, die große digitale Infrastrukturprojekte begünstigen. SoftBank wurde 1981 von Masayoshi Son gegründet; Son ist 68 Jahre alt und zählt zu den aktivsten Tech-Investoren weltweit.
Nach Angaben von Challenges, das sich auf La Tribune Dimanche beruft, hält SoftBank zudem 11 Prozent am KI-Unternehmen OpenAI. Son erklärte, er habe die Entscheidung nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron getroffen.
Mit Blick auf den globalen Technologiewettlauf sagte Son: „Die USA einzuholen, heute das Gravitationszentrum der weltweiten Innovation, ist für die meisten anderen Länder eine Aufgabe.“ Europa müsse „den richtigen Weg finden“, um Innovation und Regulierung auszubalancieren.
Schneider Electric als Partner an Bord
An dem Vorhaben beteiligt ist auch der französische Elektroausrüster Schneider Electric. Konzernchef Olivier Blum bestätigte der Nachrichtenagentur AFP die Dimension: „Das ist eine wichtige Partnerschaft, ein großes Projekt, das größte, das es in Frankreich“ in diesem Sektor gegeben habe.
Für Schneider Electric, das unter anderem elektrische Infrastruktur für Rechenzentren liefert, ist die Kooperation mit SoftBank damit ein Referenzauftrag auf europäischer Ebene.
Choose France 2026: Rekordjagd in Versailles
Der neunte „Choose France“-Gipfel, den Emmanuel Macron seit 2018 als Schaufenster für internationale Investoren etabliert hat, startete in diesem Jahr mit demonstrativem Rekordton. Macron hatte am Freitag erklärt, seit der ersten Ausgabe seien ausländische Investitionen von insgesamt „87 Milliarden Euro“ angekündigt worden, und für 2026 „großartige“ Ankündigungen in Aussicht gestellt.
Schon 2025 war mit 20 Mrd. Euro an angekündigten Projekten ein Rekord erreicht worden. Die SoftBank-Zusage überstrahlt nun zwangsläufig alles andere: 75 Mrd. Euro entsprechen fast dem Vierfachen des Vorjahresrekords.
Für Frankreich, das für sich reklamiert, das „europäische Land zu sein, das die meisten ausländischen Investitionen anzieht“, ist das Projekt ein starkes Signal im Wettbewerb mit Deutschland, den Niederlanden und Irland um große digitale Ansiedlungen.
