Indien hat am 12. Februar 2026 den Kauf von 114 Kampfjets des Typs Rafale von Dassault Aviation grundsätzlich gebilligt. Das Volumen: 3,25 Billionen Rupien, umgerechnet rund 30 bis 33 Mrd. Euro. Damit wäre Indien der größte Exportkunde des französischen Mehrzweckkampfflugzeugs.
Unterschrieben ist der Deal aber noch nicht. Nach Informationen von Le Monde wird weiter über technische und kommerzielle „Details“ verhandelt – im Zentrum steht die Frage, ob und in welchem Umfang die Jets in Indien montiert werden.
Montage in Indien als Knackpunkt – Paris signalisiert Entgegenkommen
Frankreich sei bereit, bei der lokalen Produktion weitreichende Zugeständnisse zu machen, berichtet Le Monde. Für Neu-Delhi ist das industriepolitisch und strategisch: Indien will seine militärische Abhängigkeit von Russland verringern und dafür die eigene Rüstungsindustrie ausbauen.
Eine Fertigungskette in Indien wäre für Paris kein völliges Neuland. Die indische Marine setzt bereits Rafale ein. Zudem wurde bei Macrons Indien-Besuch im Februar 2026 eine Endmontagelinie für Hubschrauber im Land eröffnet.
Macron spricht von „neuer Ära“ – Rahmenabkommen mit Modi unterzeichnet
Wie Reuters berichtet, prüfen beide Länder eine gemeinsame Produktion der Rafale. Präsident Emmanuel Macron bezeichnete das als „eine neue Ära“ der französisch-indischen Verteidigungskooperation.
Premierminister Narendra Modi und Macron unterzeichneten bei dieser Gelegenheit ein Rahmenabkommen, um die Zusammenarbeit in Verteidigung, Technologie und Handel zu vertiefen – auch als Reaktion auf protektionistische US-Politiken.
Bis zu 33 Mrd. Euro: Größter Rafale-Auftrag würde frühere Indien-Deals klar übertreffen
Für Dassault Aviation wäre der Auftrag ein Sprung in eine neue Größenordnung. Indien hatte bereits 2016 insgesamt 36 Rafale gekauft, die an die indische Luftwaffe geliefert wurden. Ein Paket über 114 Maschinen läge bei mehr als dem Dreifachen dieses Volumens – in einer einzigen Bestellung.
Mehr als ein Kauf: Indien denkt über Einstieg in europäische Kampfjet-Programme nach
Der Rafale-Deal ist zugleich Teil einer breiteren Ambition. Laut OPEX360 erwägt Indien, sich an einem von zwei europäischen Programmen für ein Kampfflugzeug der sechsten Generation zu beteiligen: am SCAF (französisch-deutsch-spanisch) oder am GCAP (britisch-italienisch-japanisch). Das wäre ein Signal, dass Neu-Delhi nicht nur Jets kaufen, sondern perspektivisch auch an ihrer Entwicklung mitarbeiten will.
Macrons Indien-Reise im Februar 2026 setzte zudem einen KI-Gipfel auf die Agenda und markierte mit der Eröffnung der ersten Endmontagelinie für Hubschrauber im Land einen industriepolitischen Meilenstein. In der Partnerschaft bleibt Verteidigung der rote Faden – und die Rafale vorerst das zentrale Projekt. Die Verhandlungen über die industriellen Bedingungen des Vertrags laufen weiter.
