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Frankreich rüstet den A400M zum Kampf- und Drohnen-Koordinator auf – Airbus soll System bis 2028 liefern

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Frankreichs Rüstungsbeschaffungsbehörde DGA (Direction générale de l’armement) hat Airbus Defence & Space offiziell beauftragt, den Militärtransporter A400M Atlas mit neuen offensiven Fähigkeiten und einer Drohnen-Koordinationsrolle auszustatten. Die Indienststellung der neuen Fähigkeiten wird für 2028 erwartet.

Der A400M, bislang vor allem für Logistik, taktische Transporte und Luftbetankung eingesetzt, soll damit deutlich breiter nutzbar werden: Bomben abwerfen, Marschflugkörper verschießen, Drohnen ausbringen und steuern – und bei komplexen Einsätzen als fliegender Gefechtsstand dienen.

Die französische Luftwaffe betreibt nach Angaben aus dem Umfeld des Programms 20 dieser Maschinen. Mit dem Auftrag an die Airbus-Verteidigungssparte wird die geplante Weiterentwicklung nun konkret.

Parallel Mission System: Das neue Missionshirn für den „A400M der Zukunft“

Kern der Aufrüstung ist ein neues Bordsystem namens PMS („Parallel Mission System“). Vorgesehen sind eine an der Zelle montierte optronische Kugel sowie mehrere Bedienkonsolen, die im Frachtraum installiert werden.

„Das wird es ermöglichen, die verschiedenen Akteure einer Operation wie Bodentruppen, Hubschrauber und Kampfjets zu koordinieren“, sagt Paul Villemin, Key-Account-Direktor bei Airbus Defence & Space für die französische Luft- und Weltraumstreitkraft. „Dieses Missionssystem wird es außerdem langfristig ermöglichen, Drohnen, Bomben und Marschflugkörper zu kontrollieren, die aus dem Frachtraum des Flugzeugs abgeworfen werden“, ergänzt er.

Der A400M würde damit in Richtung einer fliegenden elektronischen Kommandozentrale weiterentwickelt. Mit vier TP400-Triebwerken, die jeweils 11.000 PS leisten, verfüge das Flugzeug über genügend elektrische Leistung, um die für die neuen Aufgaben nötigen Server und Bordcomputer zu versorgen. Zudem kann der Atlas laut den Angaben bis zu zwölf Stunden in der Luft bleiben und in der Luft betankt werden – ein Vorteil, wenn er lange über einem Konfliktgebiet präsent sein soll.

Auch ein wirtschaftlicher Druck: Keine neuen Bestellungen seit 2021

Die neuen Fähigkeiten sind nicht nur militärisch motiviert. Für den A400M wurden seit 2021 keine neuen Bestellungen mehr registriert, und es sollen nur noch rund 45 Exemplare zu produzieren sein.

Ohne zusätzliche Verträge würde die Fertigung 2028 auslaufen – ein Datum, das genannt wird, nachdem Frankreich und Spanien beschlossen haben, ihre Auslieferungen zu beschleunigen.

Mehr Varianten, mehr Argumente – auch für Exportgespräche

Mehr Konfigurationen bedeuten für Airbus auch mehr Verkaufsargumente. Parallel arbeitet der Hersteller an Fähigkeiten zur weitreichenden Störung sowie an einem Löschflugzeug-Kit, das nach Angaben aus dem Programm bereits im Sommer von der spanischen Luftwaffe getestet wurde.

Die Verteidigungssparte von Airbus teilt zudem mit, Gespräche mit neuen Exportkunden seien in einem fortgeschrittenen Stadium. Die offensive Version könnte dabei ein Faktor sein – insbesondere für Streitkräfte, die ihren A400M in eine integrierte Gefechtsarchitektur einbinden wollen, etwa in Richtung des künftigen SCAF (Future Combat Air System).

Marc Delaunay
Marc Delaunay
Marc Delaunay. Spécialiste aéronautique & spatial Marc écrit sur l'aéronautique et le spatial. Cadences d'Airbus, moteurs de Safran, lanceurs d'ArianeGroup, missions du CNES : il raconte une filière de pointe par ses programmes et ses chiffres, avec le souci de rendre le technique lisible.

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