Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat Thales Alenia Space auf der Luft- und Raumfahrtmesse ILA in Berlin als Hauptauftragnehmer für „Sentinel-1 Next Generation“ benannt – zwei neue Radarsatelliten für das Copernicus-Programm.
Der Deal ist die erste Tranche eines Gesamtpakets im Umfang von 700 Mio. Euro. Copernicus ist das europäische Erdbeobachtungsprogramm zur Umwelt- und Krisenüberwachung, kofinanziert von EU und ESA.
Thales Alenia Space (TAS) – zu 67 Prozent im Besitz von Thales und zu 33 Prozent von Leonardo – steuert die Entwicklung der beiden identischen Satelliten von Italien aus. Airbus Defence and Space ist als wichtigster Industriepartner an Bord.
700 Mio. Euro für die ersten zwei Satelliten
Der in Berlin unterzeichnete Vertrag deckt die erste Tranche eines Gesamtauftrags ab, dessen Volumen laut Artikel 700 Mio. Euro erreicht [1]. Bestellt sind zwei Sentinel-1-Next-Generation-Radarsatelliten, die die aktuelle Mission fortführen und ausbauen sollen – Sentinel‑1 ist seit mehr als zwölf Jahren im Betrieb.
„Sentinel-1 Next Generation wird bessere Radarbildgebungsfähigkeiten als die erste Generation bieten, die Abdeckung sowohl in Europa als auch weltweit erweitern und zugleich die Zeitabstände zwischen aufeinanderfolgenden Radaraufnahmen verringern“, sagte Giampiero Di Paolo, Senior Vice President für die Bereiche Observation, Exploration und Navigation bei TAS.
Gerade diese kürzeren Wiederholzeiten gelten als operativer Schlüsselwert: Sie bestimmen, wie schnell Copernicus-Dienste bei Krisen reagieren können – etwa bei der Überwachung landwirtschaftlicher Flächen oder beim Tracking von Naturkatastrophen.
| Élément | Détail |
|---|---|
| Maître d’œuvre | Thales Alenia Space (Italie) |
| Principal partenaire industriel | Airbus Defence and Space |
| Valeur totale du contrat | 700 millions d’euros |
| Nombre de satellites (1re tranche) | 2 satellites identiques |
| Type de mission | Observation radar de la Terre |
| Programme | Copernicus (ESA / Union européenne) |
Source : La Tribune
TAS prägt Copernicus seit mehr als einem Jahrzehnt
Der Auftrag kommt für Thales Alenia Space nicht aus dem Nichts. Das Unternehmen mit Sitz in Cannes ist nach Angaben des Artikels an elf der zwölf Copernicus-Missionen beteiligt. TAS wurde 2001 gegründet; Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Massimo Claudio Comparini.
Wie breit TAS im Programm aufgestellt ist, zeigt laut Bericht auch Sentinel‑3: Die Satelliten 3A und 3B (Starts 2016 und 2018) nähern sich dem Ende ihrer Lebensdauer. Die Nachfolger 3C und 3D werden in Cannes vorbereitet. Sentinel‑3C soll 2026 vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana starten, Sentinel‑3D zwei Jahre später [3]. Die vier Instrumente an Bord erfassen unter anderem Ozeanfarbe, Oberflächentemperaturen sowie die Topografie von Ozean- und Eisflächen.
Ebenfalls in Cannes finalisiert TAS den Satelliten CHIME; die Fertigung der Flugmodelle ist für 2026 vorgesehen, der Start für 2029. Dazu kommt der MTG Imager‑II, der Bilder der Erdscheibe alle zweieinhalb Minuten liefern soll, um die Entstehung von Gewitterzellen frühzeitig zu erkennen [4].
Pourquoi ce contrat renforce TAS dans Copernicus
Sentinel‑1: Europas Radar-Rückgrat seit über zwölf Jahren
Sentinel‑1 ist laut Artikel seit mehr als zwölf Jahren in Betrieb und gilt als Rückgrat der europäischen Radarbildgebung: Meereis, Bodenbewegungen, Katastrophenlagen, Agrarbeobachtung. Die neue Generation soll diese Kontinuität sichern, zugleich die geografische Abdeckung ausweiten und die Zeit zwischen zwei Aufnahmen derselben Region verkürzen.
Die ILA-Ankündigung in Berlin unterstreicht außerdem die industrielle Achse Italien–Frankreich: Die Programmführung liegt in Italien bei TAS, während französische Kompetenzen des Konzerns insbesondere am Standort Cannes gebündelt sind. Dort betreibt TAS nach Angaben des Artikels eine Vakuumkammer mit acht Metern Höhe und acht Metern Tiefe, um Weltraumbedingungen zu simulieren – eine der wenigen Anlagen dieser Größenordnung in Europa [3].
Mehr Aufträge, mehr Starts: TAS baut sein Programmportfolio aus
Sentinel‑1 Next Generation reiht sich in weitere laufende Vorhaben ein. TAS hat laut Bericht einen Nachtrag über 169 Mio. Euro für eine künftige Copernicus-Überwachungsmission unterzeichnet. Parallel entwickelt das Unternehmen die Konstellation „Start“ – Servicing-Fahrzeuge im Orbit, die Weltraumschrott einfangen und die Lebensdauer bestehender Satelliten verlängern sollen [2].
Der Satellit FLEX, in Cannes montiert, soll im September 2026 von Kourou mit einer Vega‑C-Rakete starten. Geplant ist eine dreieinhalbjährige Mission zur Messung der Vegetationsfluoreszenz – ein Indikator für den Gesundheitszustand von Nutzpflanzen im globalen Maßstab [4].
Für den Standort Cannes wird 2026 damit zu einem Jahr mit außergewöhnlich hoher Taktung: mehrere Satelliten gleichzeitig in Testphasen, Starts zwischen Juni und September – und nun zusätzlich die neue Sentinel‑1-Generation, die von Turin aus gesteuert werden soll. Für Europas Copernicus-Programm ist das ein Signal: Die nächste Radar-Ära wird industriell breit abgestützt, aber klar geführt.
Sentinel-1 Next Generation : les chiffres clés à retenir
- L'ESA a annoncé le contrat Sentinel-1 Next Generation au salon aéronautique ILA de Berlin.
- Thales Alenia Space est maître d'œuvre ; Airbus Defence and Space est le principal partenaire industriel.
- La valeur totale du contrat global est de 700 millions d'euros, dont une première tranche couvrant deux satellites.
- TAS contribue à 11 des 12 missions du programme européen Copernicus.
- Le site cannois de TAS abrite simultanément les satellites Sentinel-3C, 3D, CHIME, MTG I-2 et FLEX en cours de test ou de préparation.
- Le satellite Sentinel-3C est prévu au lancement en 2026 depuis Kourou, en Guyane française.
Sources
4 sources · 6 faits sourcés
