Im Saint-Martin Beach Resort in Saint-Martin-de-Ré auf der französischen Atlantikinsel Île de Ré stehen 122 Jobs auf der Kippe. Der Outdoor-Hotelbetrieb, der zur Kette Slow Village gehört, hat ein formelles Restrukturierungsverfahren eingeleitet. Ziel ist laut Plan eine Modernisierung der operativen Organisation – für die Belegschaft könnte das jedoch in einem massiven Stellenabbau enden.
Das Resort ist Teil eines Netzes von elf Standorten in Frankreich, die unter der Marke Slow Village betrieben werden. Diese Struktur entstand, nachdem Slow Village 2024 mit der in der Charente-Maritime ansässigen Gruppe Inspire Villages fusioniert hatte. Welche Stellen konkret wegfallen sollen und ob es Versetzungen oder interne Lösungen gibt, ist bislang nicht öffentlich gemacht worden.
Betreiber ist die Gesellschaft NEW GD ST MARTIN BEACH HOTEL AND RESORT, die seit 1983 aktiv ist. Der Firmensitz ist in Saint-Martin in Guadeloupe gemeldet. Geschäftsführer ist Marc Henri Doudet-Beaudry.
Ein Standort mit 40-jähriger Geschichte – und mehreren Markenwechseln
Der Standort in Saint-Martin-de-Ré ist kein Newcomer. Seit 1983 hat die Anlage mehrere Betreiber- und Markenphasen durchlaufen: zunächst als Village Club Saint-Martin, später unter VVF und danach Belambra, bevor sie vor rund vier Jahren in die Welt von Slow Village wechselte.
Slow Village selbst wurde 2017 in Angers von drei Gesellschaftern gegründet – mit dem Anspruch, sich vom klassischen Campingmodell abzusetzen und ein gehobenes Naturerlebnis mit klarer Umweltpositionierung zu verkaufen.
Auf 6,5 Hektar stehen in Saint-Martin-de-Ré Holzhütten unter dichtem Bewuchs. Die Marke setzt auf „Slow Life“ und Nachhaltigkeit – ein Angebot, das eine zahlungskräftige Kundschaft anspricht, die Authentizität sucht. Doch auch dieses Premium-Profil hat den Standort nicht vor wirtschaftlichen Spannungen im hochpreisigen touristischen Beherbergungssegment geschützt.
122 Stellen: Schwerer Einschnitt für einen kleinen Insel-Arbeitsmarkt
122 bedrohte Arbeitsplätze sind für ein Inselgebiet wie die Île de Ré eine erhebliche soziale Belastung – der lokale Arbeitsmarkt hängt stark an der touristischen Saison. Wie sich die Zahl auf Kündigungen und mögliche interne Lösungen verteilt, ist derzeit offen.
Die Restrukturierung passt in eine breitere Linie der operativen Straffung innerhalb des Konzerns, der aus der Fusion Slow Village–Inspire Villages im Jahr 2024 hervorgegangen ist. Damals wurden elf Standorte in Frankreich unter einem Dach gebündelt – mit dem erklärten Ziel, Kosten zu bündeln und die Marke im Segment des gehobenen Naturtourismus zu stärken.
Dass nun ein formelles Verfahren gestartet wurde, deutet darauf hin, dass interne Abwägungen keine Alternative ergeben haben, die alle Arbeitsplätze erhält. In den kommenden Wochen sollen Arbeitnehmervertreter und die zuständigen Gremien das Projekt prüfen.
Ce que ce plan social révèle sur le tourisme nature premium
Premium-Naturtourismus unter Druck: Das Slow-Village-Modell wird 2026 schwieriger
Slow Village hat seine Identität auf einem scheinbaren Widerspruch aufgebaut: Natur und Entschleunigung zu Premiumpreisen – in leichten, aber komfortablen Strukturen. Nach der Pandemie profitierte das Modell von einer starken Nachfrage nach Unterkünften im Freien.
2026 wird die Rechnung laut Darstellung schwieriger: Ein Rückgang der touristischen Kaufkraft und mehr Konkurrenz im Glamping-Segment erhöhen den Druck. Für die Île de Ré ist der mögliche Verlust von 122 Stellen in einem einzigen Betrieb ein Warnsignal – die Sommersaison trägt den Großteil der lokalen Wirtschaft, und ein Sozialplan dieser Größenordnung kann das soziale Gefüge in Saint-Martin-de-Ré dauerhaft belasten, selbst wenn er über Zeit gestreckt wird.
Restructuration Slow Village Saint-Martin : les faits à retenir
- 122 emplois menacés au Saint-Martin Beach Resort, à Saint-Martin-de-Ré (île de Ré).
- L'établissement appartient à la chaîne Slow Village, qui compte onze sites en France.
- Slow Village a fusionné en 2024 avec le groupe Inspire Villages.
- Le site existe depuis 1983, sous plusieurs enseignes successives (VVF, Belambra).
- La société gestionnaire, active depuis 1983, est dirigée par Marc Henri Doudet-Beaudry.
Sources
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