In den Führungsgremien der Unternehmen im französischen Leitindex CAC 40 sind Frauen inzwischen deutlich häufiger vertreten: 29% der Leitungspositionen sind mit Frauen besetzt. Vor vier Jahren lag der Anteil noch bei 19,5%.
Der Sprung ist spürbar – aber die Zielmarke ist noch nicht erreicht. Denn in Frankreich greift ab dem 1. März eine gesetzliche Untergrenze: Dann müssen große Konzerne mindestens 30% Frauen in ihren Leitungsinstanzen vorweisen.
Neun Prozentpunkte in vier Jahren – ein Tempo, das es so zuvor nicht gab
Der Zuwachs um fast zehn Prozentpunkte innerhalb von vier Jahren markiert eine Entwicklung, die der Sektor in diesem Tempo bislang nicht kannte. Auffällig ist dabei der Treiber: Die regulatorische Vorgabe hat die Bewegung sichtbar beschleunigt – dort, wo freiwillige Selbstverpflichtungen zuvor an Grenzen gestoßen waren.
Gleichzeitig zeigt die aktuelle Quote, dass mehrere CAC-40-Unternehmen weiterhin unter der Schwelle liegen. Das fehlende Prozent ist dabei mehr als eine kosmetische Zahl: Es entscheidet darüber, ob die Vorgaben erfüllt werden.
Stichtag 1. März: Der Endspurt ist nicht freiwillig, sondern gesetzlich
Der 1. März bündelt nun die Aufmerksamkeit. Konzerne, die bis dahin die Untergrenze von 30% nicht erreichen, müssen mit den im Gesetz vorgesehenen Folgen rechnen. Für nahezu den gesamten CAC 40 – das wichtigste Börsenbarometer in Paris – bedeutet das: Es fehlen teils nur noch wenige Personalentscheidungen bis zur formalen Zielerreichung.
Die Entwicklung der vergangenen vier Jahre deutet darauf hin, dass das Gesetz die Zusammensetzung der Führungsteams tatsächlich verändert. Offen bleibt, was danach passiert: Über die 30% hinaus gibt es vorerst keine weitere Verpflichtung, die Unternehmen zu einem höheren Anteil drängt.
