Paris Saint-Germain lässt prüfen, ob sich der Parc des Princes deutlich vergrößern lässt: Der Klub hat eine Machbarkeitsstudie beauftragt, die zwei Zielgrößen untersucht – 60.000 oder sogar 70.000 Plätze.
Der Schritt ist bestätigt: PSG hat Analysen für eine mögliche Erweiterung seines Stadions angestoßen. Der Parc des Princes fasst derzeit rund 48.000 Zuschauer. Ein Ausbau auf 60.000 bis 70.000 Plätze entspräche – je nach Variante – einem Plus von etwa 25 bis 45 Prozent.
Entscheidend: Noch ist das kein Baustart und auch kein final beschlossenes Projekt. Es geht zunächst um die Frage, ob ein Umbau am bestehenden Standort im 16. Arrondissement von Paris technisch und statisch überhaupt machbar ist.
Machbarkeitsstudie statt Baubeschluss
PSG hat keinen fertigen Plan präsentiert, sondern eine Studie in Auftrag gegeben. Sie soll klären, ob sich der Parc des Princes am aktuellen Standort strukturell erweitern lässt – und wenn ja, in welchem Umfang. Das Ergebnis kann am Ende alles bedeuten: vollständige Machbarkeit, nur eine Teil-Lösung oder die Feststellung, dass ein Ausbau so nicht möglich ist.
Ein zentraler Knackpunkt ist die Eigentümerfrage: Der Parc des Princes gehört der Stadt Paris. PSG nutzt das Stadion als Mieter – der Klub ist nicht Eigentümer. Genau das erschwert seit Jahren größere Umbau- oder Transformationsprojekte, weil jede Erweiterung politische Verhandlungen mit dem Rathaus voraussetzt.
Zwei Varianten: 60.000 oder 70.000 Plätze
Untersucht werden zwei klar getrennte Szenarien. 60.000 Plätze wären bereits ein deutlicher Sprung gegenüber der heutigen Konfiguration. 70.000 Plätze würden den Parc des Princes in eine Größenordnung bringen, die bei großen europäischen Arenen mitspielt – genannt werden in diesem Zusammenhang das Metropolitano von Atlético Madrid oder das San Siro.
Hinter den Zahlen steckt auch ein unmittelbarer wirtschaftlicher Hebel: Die Einnahmen an Spieltagen hängen direkt an der Zahl der verfügbaren Sitze. Ein Stadion mit 70.000 Plätzen, bei vergleichbarer Auslastung, würde Ticketing- und Hospitality-Erlöse in einer ganz anderen Dimension ermöglichen als eine Arena mit 48.000 Zuschauern.
Pourquoi l'agrandissement du Parc des Princes est si complexe
Der Hintergrund: PSG sucht seit Jahren eine Stadion-Lösung
Die Stadionfrage begleitet PSG seit Langem. Der Klub hat in der Vergangenheit verschiedene Optionen geprüft: eine Renovierung des Parc des Princes, den Bau eines neuen Stadions oder den Kauf des Standorts. Die Gespräche mit der Stadt Paris verliefen dabei immer wieder angespannt – besonders während der Amtszeit von Bürgermeisterin Anne Hidalgo.
Auch ein Stadionprojekt in Saint-Denis wurde mehrfach diskutiert, kam aber nie zustande. Der Stade de France ist weiterhin Staatseigentum; die Debatte um seine künftige Verwaltung nach den Olympischen Spielen 2024 lief parallel – ohne direkten Bezug zu PSG.
Mit der erneuten Prüfung eines Ausbaus am Parc des Princes würde PSG auf geografische und symbolische Kontinuität setzen: Paris 16, Boulogne direkt gegenüber – der Klub bliebe in seinem historischen Umfeld.
Enge Lage im 16. Arrondissement als Hürde
Ein Stadion in dicht bebautem Stadtgebiet zu vergrößern, ist komplex. Der Parc des Princes liegt eingezwängt zwischen dem Pariser Autobahnring (Périphérique), dem Bois de Boulogne und Wohnquartieren. Jede Erweiterung – nach oben oder zur Seite – würde tiefgreifende statische Prüfungen erfordern, dazu Verhandlungen mit der Stadt und voraussichtlich lange Verwaltungsverfahren.
Genau hier setzt die beauftragte Studie an: Erst soll geklärt werden, was physisch überhaupt möglich ist, bevor sich PSG politisch oder finanziell festlegt.
Signal an Sponsoren – und an die UEFA
Die Studie ist auch ein Signal nach außen. Gegenüber TV-Rechte-Markt und Sponsoren würde ein PSG in einem 70.000er-Stadion in Verhandlungen anders auftreten als mit 48.000 Plätzen. Und auch für den europäischen Fußball ist die Kapazität relevant: Die UEFA berücksichtigt die Größe von Arenen bei der Vergabe großer Spiele – inklusive Champions-League-Finals.
Einen Zeitplan hat PSG bislang nicht genannt. Erst wenn die Machbarkeitsstudie vorliegt, dürfte klar werden, ob und in welcher Form aus der Idee ein konkretes Projekt wird.
Parc des Princes : les chiffres du projet d'agrandissement PSG
- Le PSG a commandé une étude de faisabilité pour agrandir le Parc des Princes.
- Deux jauges sont envisagées : 60 000 ou 70 000 places, contre 48 000 actuellement.
- Le stade appartient à la Ville de Paris, pas au club.
- Aucun calendrier de travaux n'a été annoncé à ce stade.
