Das französische Startup Sonomind hat eine Finanzierungsrunde über 20 Mio. Euro abgeschlossen. Mit dem Kapital will das Unternehmen die Entwicklung einer Therapie beschleunigen, die therapieresistente Depressionen mit niedrigintensivem fokussiertem Ultraschall behandeln soll – ohne Operation, ohne implantierte Elektroden.
Der Ansatz zielt auf Patientinnen und Patienten, bei denen mindestens zwei medikamentöse Behandlungsversuche nicht ausreichend gewirkt haben. Genau für diese Gruppe sind die verfügbaren Optionen laut Sonomind bislang begrenzt und häufig invasiv.
Fokussierter Ultraschall soll dort ansetzen, wo Antidepressiva nicht mehr helfen
Therapieresistente Depressionen betreffen Menschen, bei denen zwei Behandlungslinien mit Medikamenten keine ausreichende Wirkung erzielt haben. Weltweit wird diese Patientengruppe auf mehrere Dutzend Millionen Menschen geschätzt – und gilt als besonders schwer zu versorgen, weil Alternativen oft mit größeren Eingriffen verbunden sind.
Sonomind setzt auf eine nicht invasive Alternative: fokussierte Ultraschallwellen, die gezielt bestimmte Hirnareale ansteuern sollen, die an der Regulation der Stimmung beteiligt sind. Das Unternehmen beschreibt seine Technologie als Neuromodulation durch niedrigintensiven fokussierten Ultraschall – ein Forschungsfeld, das in den klinischen Neurowissenschaften an Bedeutung gewinnt.
Als Vorteil nennt Sonomind die präzise Zielgenauigkeit und das Ausbleiben von Nebenwirkungen, die bei pharmakologischen Behandlungen oder elektrischen Interventionen auftreten können.
Bpifrance unterstützt die Runde – Signal für institutionelles Vertrauen
Zu den Unterstützern der 20-Mio.-Euro-Runde zählt Bpifrance, die staatliche französische Investitionsbank. Die Beteiligung gilt als institutionelles Signal, dass die Technologie als potenziell relevant eingestuft wird – an der Schnittstelle von Medizintechnik und Neurotechnologie.
Nach Angaben des Unternehmens soll das Geld vor allem in die Fortsetzung der klinischen Studien sowie in den Aufbau der industriellen Entwicklung fließen. Einen Zeitplan für eine Markteinführung oder Prioritätsmärkte nannte Sonomind nicht.
Großer Investitionsdruck im Mental-Health-Sektor – aber wenige nicht invasive Angebote für diese Patientengruppe
Investitionen in digitale Mental-Health-Angebote und Neurotechnologien haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Spezifische, nicht invasive Lösungen, die sich direkt auf therapieresistente Depressionen richten, sind jedoch weiterhin selten.
Sonomind positioniert sich damit in einem Segment mit bislang begrenzter direkter Konkurrenz – auch wenn Unternehmen wie Neuralink oder Medtronic an breiter angelegten Neuromodulationsansätzen arbeiten. Mit 20 Mio. Euro frischem Kapital und der Unterstützung von Bpifrance hat das Startup nun nach eigener Darstellung ein Zeitfenster, um den klinischen Nachweis für seinen Ansatz zu erbringen, bevor sich der Markt stärker ausdifferenziert.
