Zehn Jahre nach dem Start bleibt „Made in 92“ seinem Kern treu: Der Wettbewerb will junge Unternehmen aus dem französischen Département Hauts-de-Seine früh entdecken – bewusst abseits der Kultur großer, börsennotierter Konzerne.
Seit 2016 wurden zehn Ausgaben organisiert, getragen von derselben Wette: Gründerinnen und Gründer aus dem Département sichtbar zu machen, bevor sie den Durchbruch schaffen. Die Organisatoren fassen das Selbstbild in einer Formel zusammen: „ein Garage-Spirit, weit weg von den Unternehmen des CAC 40“ – gemeint ist der französische Leitindex, vergleichbar mit dem DAX.
Seit 2016 fest in Hauts-de-Seine verankert – im Schatten von La Défense
„Made in 92“ richtet sich an Start-ups, die in Hauts-de-Seine ansässig sind. Das Prinzip: Sichtbarkeit und Begleitung für Projektträger, die noch nicht die Größe der Konzerne aus La Défense haben – obwohl diese nur wenige Kilometer entfernt sitzen.
Gerade darin liegt das Paradox des Standorts: In dem Gebiet ballt sich eine der höchsten Dichten an CAC-40-Konzernzentralen, zugleich existiert eine Vielzahl junger Strukturen, die sich in diesem Umfeld schwer abheben.
Über die Ausgabe 2026 berichtet Le Parisien. Die Zeitung wird laut dem Artikel von einer Gesellschaft herausgegeben, deren Sitz in Straßburg (20, rue du Vieux Marché aux Vins) angegeben ist. Sie sei demnach seit Mai 2006 aktiv, basierend auf INSEE- und INPI-Daten, die auf data.gouv.fr verfügbar sind, und stehe unter der Leitung von Imdat Kocaman, „gérant et associé indéfiniment responsable“ (Geschäftsführer und unbeschränkt haftender Gesellschafter).
Das Ziel: Raus aus dem toten Winkel der Investoren
Solche regionalen Wettbewerbe reagieren auf ein konkretes Defizit: Start-ups aus Hauts-de-Seine haben es trotz ihrer Lage in einem der dichtesten Wirtschaftsräume Europas oft schwer, die Aufmerksamkeit von Investoren zu gewinnen. Viele Geldgeber orientieren sich eher an Pariser Ökosystemen oder an nationalen Technologiezentren.
„Made in 92“ bietet ihnen deshalb zunächst eine lokale Bühne – als Sprungbrett, bevor es in eine breitere Öffentlichkeit geht.
Jubiläumsausgabe 2026 als symbolischer Meilenstein
Die zehnte Ausgabe, organisiert im Jahr 2026, ist für den Wettbewerb ein symbolischer Schritt. Nach einer Dekade lässt sich erstmals über einen vollständigen Zehnjahreszeitraum nachvollziehen, welchen Weg frühere Preisträgerinnen und Preisträger seit ihrer Auszeichnung genommen haben.
