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Bourgogne-Franche-Comté verliert 6.160 private Jobs in einem Jahr – trotzdem halten Gründer, Export und Neueinstellungen dagegen

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In der französischen Region Bourgogne-Franche-Comté (Burgund–Franche-Comté) sind binnen eines Jahres 6.160 private Arbeitsplätze weggefallen. Das Minus fällt damit viermal stärker aus als im Landesdurchschnitt. Besonders deutlich wurde der Rückgang im 3. Quartal 2025: Allein in diesen drei Monaten gingen 980 unbefristete oder befristete Stellen sowie Ausbildungsverträge (ohne Zeitarbeit) verloren.

Zum Vergleich: In ganz Frankreich sank die private Beschäftigung im selben Zeitraum um 0,1 Prozent – das entspricht 12.560 Stellen. In Bourgogne-Franche-Comté trifft es vor allem Industrie und Bau. Ein Sektor hält regional dagegen: die Dienstleistungen. Und nur ein Département weist unter dem Strich ein Plus aus: Saône-et-Loire mit 130 zusätzlichen Dauerstellen, ausgerechnet getragen von Industrie und Bau vor Ort. In den sieben übrigen Départements der Region geht die Beschäftigung zurück – teils spürbar.

Einzelunternehmertum als Puffer – nicht Start-ups, sondern Handwerk und Nahversorgung

Wo klassische Lohnarbeit schrumpft, wird das Unternehmertum im Kleinen zum Auffangnetz. Gemeint sind nicht große Finanzierungsrunden oder Start-up-Ökosysteme, sondern kleine Gastronomie, Handwerk, haushaltsnahe Dienstleistungen und Dorfläden. „Das ist das wahre Gesicht des Unternehmertums in Frankreich. Zwei von drei Unternehmern, sogar drei von vier, gründen ihr Einzelunternehmen“, sagt Angèle Mignonac, Regionaldirektorin der Adie in Bourgogne-Franche-Comté.

Die Adie (eine französische Organisation, die Kleinstgründungen unterstützt) nennt dazu Kennzahlen: 80 Prozent der mit ihrer Hilfe gegründeten Unternehmen sind zwei bis drei Jahre nach dem Start noch aktiv. 95 Prozent der Geförderten seien beruflich integriert – als Selbstständige, als Beschäftigte oder als Rentner. Besonders auffällig: 31 Prozent der begleiteten Gründer geben an, sie hätten ohne die Unternehmensgründung ihr Gebiet verlassen müssen, um Arbeit zu finden. Das Einzelunternehmertum bindet damit Arbeitskräfte in Regionen, in denen das Angebot an klassischen Stellen ausgedünnt ist.

Mignonac beschreibt zugleich ein bekanntes Spannungsfeld: Kommunen und Gebietskörperschaften setzten weiterhin stark auf innovative Projekte und Start-ups, auch wenn „der Diskurs ein wenig zurück zum Einzelunternehmertum“ finde. Wie stabil diese Mikrounternehmen sind, hängt laut dem Bericht vor allem am Zugang zu Finanzierung – und an Unterstützungsstrukturen, die nicht überall vorhanden sind.

Export und ausländische Investoren: Internationalisierung als zweites Standbein

Parallel setzt die Region auf das Ausland, um die Verwundbarkeit ihres industriellen Kerns abzufedern. Bei den ersten „Assises régionales de l’International“ am 2. Dezember in Dijon wurde diese Linie öffentlich betont.

Ein konkretes Beispiel ist die Ansiedlung von Vicky Foods in Chalon-sur-Saône. Das spanische Unternehmen aus der Lebensmittelbranche verweist nach Angaben seines CEO Rafael Juan auf „die logistische Nähe und die Lebensqualität“ als ausschlaggebende Gründe für die Standortwahl.

Bereits 2024 bauten weitere ausländische Akteure ihre Präsenz aus: Antolin, ein spanischer Zulieferer für Autoausstattung, sowie C3E, eine kanadisch-québecische Investmentstruktur mit Schwerpunkt Energieeffizienz. C3E unterzeichnete zudem ein Kooperationsabkommen mit der regionalen Wirtschaftsförderagentur.

Mehr Betriebe wollen 2026 einstellen – aber die Basis bleibt unter Druck

Der derzeit positivste Indikator kommt aus den Einstellungsplänen. In Bourgogne-Franche-Comté geben 23 Prozent der Betriebe an, 2026 rekrutieren zu wollen. 2025 lag der Wert bei 22,3 Prozent, berichtet Le Progrès. Zu den Bereichen mit erwartetem Bedarf zählen Dienstleistungen, Industrie und die Agrar- und Lebensmittelwirtschaft.

Unterm Strich zeigt die Region damit zwei Gesichter: eine produktive Wirtschaft unter Druck, deren industrielle Basis weiter schrumpft – und zugleich eine lokale Widerstandskraft „von unten“, getragen von Mikrogründern und ausländischen Ansiedlungen, die den Standort aus anderen Gründen wählen als wegen der Größe des Marktes.

Sylvie Renard
Sylvie Renard
Sylvie Renard, rédactrice régional(e) — La Voix de France. Textes produits avec l'assistance de l'IA et relus par notre équipe éditoriale.

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