In der französischen Region Auvergne-Rhône-Alpes (rund um Lyon) wird Mobilität 2026 spürbar teurer und zugleich neu sortiert: An der Zapfsäule drücken höhere Preise auf die Budgets, während der Staat Transportunternehmen beim Diesel weiter teilweise entlastet. Parallel laufen regionale Steuervergünstigungen für Elektro- und Wasserstoffautos aus.
Viele Autofahrerinnen und Autofahrer merken die Entwicklung im Alltag. Die Krise im Nahen Osten belastet die Rohölpreise – und die Spritpreise verändern laut der Zeitung Le Progrès bereits das Fahrverhalten in der Metropole Lyon: Einige Bewohner lassen ihr Auto demnach „mehrere Wochen am Stück“ stehen, weil sie die Kosten für volle Tanks nicht mehr stemmen können. Fahrgemeinschaften, ÖPNV und Fahrrad gewinnen an Bedeutung.
Wer Preise vergleichen will, findet laut dem Artikel bei Ouest-France eine interaktive Karte, die die Kraftstoffpreise in der gesamten Region in Echtzeit nach Tankstelle aufschlüsselt – für Diesel, SP98, SP95, E10, E85 und Autogas (GPL).
Diesel: Welche Rückerstattung Spediteure 2026 bekommen
Für den Straßengüterverkehr gibt es weiterhin eine teilweise Rückerstattung der Energiesteuer („accise sur les énergies“, früher TICPE) auf Diesel. Für 2026 liegt der Satz in Auvergne-Rhône-Alpes bei 15,29 Euro pro Hektoliter – etwas unter dem nationalen, gewichteten Pauschaltarif von 15,71 Euro.
Zum Vergleich: In der Île-de-France (Region Paris) beträgt die Rückerstattung 17,45 Euro pro Hektoliter, Korsika liegt mit 14,21 Euro am niedrigsten. Für „andere Regionen“ nennt die Übersicht 15,56 Euro.
Die regionale Brutto-Energiesteuer auf Diesel ist in Auvergne-Rhône-Alpes auf 60,75 Euro pro Hektoliter festgesetzt – identisch mit fast allen anderen Regionen im französischen Mutterland, mit Ausnahme Korsikas (59,40 Euro). Ein Simulator für Rückerstattungen auf Basis der Verbräuche 2025 ist laut Artikel über das Portal „Service Public Entreprendre“ verfügbar.
| Région | Remboursement gazole 2026 (€/hL) |
|---|---|
| Île-de-France | 17,45 |
| Auvergne-Rhône-Alpes | 15,29 |
| Autres régions | 15,56 |
| Tarif forfaitaire pondéré | 15,71 |
| Corse | 14,21 |
Source : Service Public Entreprendre
E-Kennzeichensteuer: Regionale Befreiungen laufen aus
Bei Elektro- und Wasserstofffahrzeugen ändert sich 2026 vor allem die Steuerlogik rund um die Zulassung: Seit dem französischen Haushaltsgesetz für 2025 sind die Regionen nicht mehr verpflichtet, eine Befreiung von der regionalen Zulassungssteuer zu gewähren. Die Folge: Immer mehr Regionen streichen den Vorteil.
2026 bleiben die Hauts-de-France als einzige Region bei einer Ermäßigung – allerdings nur noch 50 % ab dem 1. April (nach 100 % im Vorjahr). Auvergne-Rhône-Alpes gehört nicht mehr zu den Regionen mit einer solchen Entlastung.[4] Für Käuferinnen und Käufer eines E-Autos in der Region wird die „carte grise“ (Zulassungsbescheinigung) damit wieder ohne diesen Rabatt berechnet.
Alternativen zum eigenen Auto legen zu
Unter dem Druck sinkender Kaufkraft passen viele Menschen ihre Mobilität an. Befragte in der Metropole Lyon nennen gegenüber Le Progrès Bus, Bahn und Fahrrad als bereits genutzte Ausweichlösungen. Auch Carsharing beziehungsweise Fahrgemeinschaften (covoiturage) werden demnach häufiger – besonders auf Strecken im Umland, wo der öffentliche Verkehr weiterhin nicht ausreicht.
Die französische Regierung kündigte Mitte Mai zudem eine Spritprämie für Beschäftigte sowie eine gezielte Hilfe für „gros rouleurs“ (Vielfahrer) an. Die genauen Modalitäten waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels allerdings noch in Ausarbeitung.
Sources
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