Emmanuel Macron hat beim Investoren-Treffen „Choose France“ am 1. Juni 2026 im Schloss von Versailles ausländische Investitionszusagen in Höhe von 93 Mrd. Euro verkündet. Nach Angaben des Élysée-Palasts ist das ein Rekordwert für das Format, das Frankreich seit Jahren als Schaufenster für internationale Unternehmen nutzt.
Am Ende des Tages standen laut Bilanz 71 Ankündigungen. Macron hatte die Größenordnung bereits wenige Tage zuvor in einem Interview mit der Regionalpresse angedeutet. Der nun genannte Betrag liegt deutlich über den Summen der Vorjahre.
Nach Angaben von Le Monde (unter Berufung auf AFP) reisten mehr als 200 Spitzenmanagerinnen und -manager ausländischer Unternehmen aus fast 50 Nationen an. Unter den genannten Konzernen: BYD, Ikea, BASF, Blackstone und Goldman Sachs.
Mehr als 200 Konzernchefs – Amerikaner weiter größte Gruppe
Die USA stellten mit 19 Prozent weiterhin die größte Teilnehmergruppe – trotz der handelspolitischen Spannungen, die im Zusammenhang mit dem von Donald Trump angestoßenen Zollkonflikt stehen. Der Élysée hob zugleich hervor, dass deutlich mehr Führungskräfte aus dem Golfraum und aus Asien vertreten gewesen seien. Das wird in Paris als Zeichen einer breiteren Aufstellung der wirtschaftlichen Partnerschaften gewertet.
Was hinter der Rekordsumme steckt: Konsolidierung gehört zum Format
Die 93 Mrd. Euro sind eine Gesamtzahl, die – wie bei „Choose France“ üblich – nicht nur vollständig neue Projekte umfasst. Ein Blick auf die Vorjahresmethodik zeigt, dass in der Konsolidierung regelmäßig auch frühere Ankündigungen erneut in die Gesamtsumme einfließen.
So waren bei der 8. Ausgabe 2025 insgesamt 37 Mrd. Euro genannt worden, davon 20 Mrd. Euro „vollständig neu“ und 17 Mrd. Euro aus bereits zuvor gemachten Ankündigungen rund um Künstliche Intelligenz. Dieses Beispiel macht deutlich, wie die Kommunikation rund um die Ausgabe 2026 einzuordnen ist.
Zum Vergleich: In den Jahren davor lagen die Summen deutlich niedriger – 15 Mrd. Euro (2024), 13 Mrd. Euro (2023) und 6,8 Mrd. Euro (2022).
Die Summen im Zeitverlauf: von 6,8 auf 93 Milliarden Euro
| Édition | Montant annoncé |
|---|---|
| 2022 | 6,8 milliards € |
| 2023 | 13 milliards € |
| 2024 | 15 milliards € |
| 2025 | 37 milliards € |
| 2026 | 93 milliards € |
Source : Le Monde
Gipfel vor dem Hintergrund stockender Reindustrialisierung
Der Rekordwert überdeckt nach Einschätzung von Le Monde nicht die industriellen Schwierigkeiten, mit denen Frankreich seit zwei Jahren zu kämpfen hat. Die Ausgabe 2026 stand thematisch im Zeichen von Wachstumsfeldern wie Energie, Banken und Künstlicher Intelligenz – zugleich aber auch von Tourismus, Kulturerbe, audiovisueller Produktion und Film.
Flankiert wurde das Treffen durch eine landesweite Aktion „offene Fabriken“, die von Freitag bis Sonntag vor dem Gipfel stattfand. Außerdem verweist der Kontext auf ein weiteres Großereignis: Bereits im Februar hatte es in Paris einen KI-Gipfel gegeben, bei dem Investitionen in Höhe von 109 Mrd. Euro angekündigt worden waren.
Macrons letzter internationaler „Choose France“-Gipfel in Versailles
Die 9. Ausgabe ist die letzte von Macrons zweiter Amtszeit, die in ihrer internationalen Form in Versailles stattfindet. Für den Herbst ist in Paris noch eine abschließende Ausgabe geplant – dann ausschließlich mit französischen Unternehmen.
Wie lang der Weg von der Ankündigung bis zur Umsetzung sein kann, zeigt ein Beispiel aus der Vergangenheit: Die Eröffnung des „World of Frozen“-Parks in Disneyland Paris im März 2026 geht auf eine Investition von 2 Mrd. Euro zurück, die beim Gipfel 2018 angekündigt worden war.
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