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CVSI in Cuers setzt auf „inklusive Industrie“ – 10 Mio. Euro Umsatz und 100 Jobs bis 2030 als Zielmarke

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Im südfranzösischen Cuers (Département Var) will die Firma CVSI Inklusion zum industriellen Vorteil machen – und peilt bis 2030 10 Mio. Euro Umsatz sowie 100 Beschäftigte an.

Die Nachricht kommt nicht von einem Konzern und auch nicht aus einem staatlichen Programm, sondern aus einem mittelständischen Betrieb in der Provence: CVSI, ansässig in Cuers, stellt Menschen ein, die als „weit vom Arbeitsmarkt entfernt“ gelten – und verkauft das nicht als Sozialkosten, sondern als Wettbewerbsvorteil.

Das Unternehmen verbindet diese Strategie mit klaren Zahlen. CVSI nennt als Ziel bis 2030 einen Umsatz von 10 Mio. Euro und 100 Arbeitsplätze am Standort Cuers – ein Anspruch, den Betriebe dieser Größe selten so offen formulieren.

Ein Geschäftsmodell, das auf Inklusion aufbaut

Die Unternehmensführung macht aus ihren Vorgaben keinen Hehl: 10 Mio. Euro Jahresumsatz und 100 Beschäftigte bis 2030. Dahinter steht ein Modell, das in Frankreich unter „entreprise adaptée“ oder „insertion par l’activité économique“ läuft – also Strukturen, die gezielt Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt beschäftigen und qualifizieren.

In der französischen Industrie ist dieser Ansatz bislang eher die Ausnahme, doch er trifft zunehmend auf konkrete Nachfrage. Auftraggeber stehen unter regulatorischem und gesellschaftlichem Druck und schreiben in Ausschreibungen immer häufiger Kriterien für „verantwortungsvolle Beschaffung“ fest. Für CVSI kann das den Status verändern: vom unauffälligen Zulieferer hin zum strategischen Partner für Kunden, die ihre Wertschöpfungskette auch sozial aufwerten wollen.

Cuers als Industriestandort: Nähe zu Logistik, Militär und Verteidigungsindustrie

Dass CVSI ausgerechnet in Cuers sitzt, ist laut Artikel kein Zufall. Das Département Var verfügt über ein Industrie- und Logistikgeflecht, das von der Nähe zu Militärstützpunkten und zur Verteidigungsindustrie an der Mittelmeerküste profitiert. In diesem Umfeld kann ein Betrieb, der Arbeitskräfte ausbildet, betreut und verfügbar macht, einen realen Bedarf lokaler Zulieferer bedienen.

Die Entwicklung von CVSI wird dabei in eine breitere Dynamik eingeordnet: die Reindustrialisierung von „Zwischenregionen“ abseits der Metropolen, aber nahe an Produktionszonen. 100 Beschäftigte bis 2030 in Cuers aufzubauen, wäre für eine Kommune dieser Größe ein spürbarer Rekrutierungs- und Qualifizierungsaufwand.

Inklusion als Argument – nicht als Imageprojekt

Was CVSI laut Artikel abhebt, ist die Erzählung hinter dem Modell: Inklusion wird nicht als Pflichtübung der Unternehmensverantwortung dargestellt, sondern als Motor der Wettbewerbsfähigkeit. Die Fähigkeit, „atypische“ Profile zu integrieren, sie direkt im Betrieb anzulernen und langfristig zu binden, gilt der Unternehmensführung als Vorteil – gerade in Märkten, in denen hohe Fluktuation die Betriebskosten treibt.

Das 2030-Ziel bleibt gemessen an der aktuellen Größe des Unternehmens ambitioniert. Sollte die Entwicklung aber gelingen, könnte CVSI zum Referenzfall für Akteure der Sozial- und Solidarwirtschaft werden, die in der klassischen Industrie oft noch Überzeugungsarbeit leisten müssen, dass ihre Modelle im Wettbewerb bestehen.

Julien Masséna
Julien Masséna
Julien Masséna, rédacteur régional(e) — La Voix de France. Textes produits avec l'assistance de l'IA et relus par notre équipe éditoriale.

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