Wegen extremer Temperaturen zieht die französische Staatsbahn SNCF in Südwestfrankreich die Notbremse: In der Region Nouvelle-Aquitaine werden die Regionalzüge (TER) täglich zwischen 10 und 18 Uhr ausgesetzt – und zwar bis einschließlich Freitag, 27. Juni 2026.
Die Maßnahme ist als Vorsorge gedacht. Hohe Temperaturen können die Bahninfrastruktur stark belasten: Schienen dehnen sich aus, Gleise können sich verformen – und damit steigt das Risiko für Störungen und Sicherheitsprobleme für Reisende.
Acht Stunden Pause pro Tag – Ersatzangebote bleiben offen
Das Zeitfenster der Sperrung umfasst acht Stunden und damit einen großen Teil der Tagesmobilität. Fahrgäste, die TER-Züge in Nouvelle-Aquitaine nutzen wollen, sollen ihre Reisen nach Möglichkeit außerhalb der betroffenen Zeiten verlegen – früh am Morgen oder am Abend.
Zu konkreten Ersatzlösungen liegen in den von der SNCF veröffentlichten Informationen keine Angaben vor.
In Frankreich selten, im Südwesten aber nicht ohne Vorbild
Solche Einschränkungen sind in Frankreich insgesamt eher ungewöhnlich, aber nicht neu. In mehreren Hitzesommern der vergangenen Jahre hatte die SNCF bereits reagiert – etwa mit Temporeduzierungen oder punktuellen Unterbrechungen einzelner Strecken, besonders im Südwesten.
Nouvelle-Aquitaine gilt als besonders anfällig für extreme Hitzewellen
Die Region zählt bei sommerlichen Hitzewellen regelmäßig zu den am stärksten betroffenen Gebieten. Hinzu kommt: Das Bahnnetz besteht vielerorts aus Nebenstrecken mit älterer Infrastruktur – und gilt damit als besonders empfindlich gegenüber Temperaturspitzen.
Dass die SNCF die Aussetzung bis Freitag ankündigt, deutet darauf hin, dass die Wetterprognosen bis dahin nicht mit einer Entspannung rechnen.
Spürbare Folgen für Pendler – Fern- und Interregionalzüge nicht betroffen
Für Zehntausende Menschen, die TER-Züge für den Weg zur Arbeit oder für mittlere Distanzen nutzen, bedeutet die tägliche Unterbrechung von 10 bis 18 Uhr eine erhebliche Umstellung mitten in der Woche. Andere Zugarten, die interregional verkehren, sind von der Maßnahme nicht betroffen – sie gilt ausdrücklich nur für die TER-Regionalzüge in Nouvelle-Aquitaine.
Zu möglichen Erstattungen oder Sonderregeln für bereits gekaufte Tickets in den gesperrten Zeitfenstern machte die SNCF in den vorliegenden Informationen keine Angaben.
