Der französische Flugzeugbauer Dassault Aviation steht nach vorliegenden Informationen kurz davor, mit dem Irak einen Exportvertrag über Rafale-Kampfjets in der Version F4 abzuschließen. Die Unterzeichnung könnte demnach in nächster Zeit erfolgen.
Damit würde der Irak in den Kreis der Staaten aufrücken, die sich für den französischen Mehrzweckjäger in seiner aktuellsten Ausführung entschieden haben. Bagdad wird in Debatten über mögliche künftige Rafale-Flotten immer wieder als Kandidat genannt – auch neben Ländern, die bislang keine klar strukturierte Kampfflugzeugflotte besitzen.
Die Rafale F4 gilt als die derzeit fortschrittlichste Entwicklungsstufe des Programms, die Dassault für den Export anbietet. Sie bringt erweiterte Fähigkeiten bei Vernetzung, elektronischer Kampfführung und Bewaffnung mit – Entwicklungen, die in den vergangenen Jahren sowohl für die französischen Streitkräfte als auch für ausländische Kunden weitergeführt wurden.
Exportaufträge treiben das Rafale-Programm weiter
International bleibt die Nachfrage nach der Rafale hoch. Serbien hatte im August 2024 einen Vertrag über 12 Maschinen im Wert von 2,7 Mrd. Euro unterzeichnet und gehört damit zu den jüngsten Betreibern des französischen Jets.
Ein möglicher Irak-Vertrag würde diese Exportbilanz in einer Region ausbauen, in der Dassault gegen US- und europäische Konkurrenz Marktanteile gewinnen will. Der Irak, der lange Zeit Flugzeuge sowjetischer und später US-amerikanischer Herkunft betrieb, gilt dabei als strategisch wichtiger Markt für die französische Rüstungsindustrie.
Dassault zwischen Rafale und dem deutsch-französisch-spanischen FCAS/SCAF
Dassault Aviation mit Sitz in Saint-Cloud ist Hauptauftragnehmer des Rafale-Programms und zugleich am „Système de combat aérien du futur“ (SCAF) beteiligt – dem gemeinsamen Luftkampfsystem der Zukunft von Frankreich, Deutschland und Spanien. Die industrielle Ausgestaltung des Projekts ist seit Längerem von anhaltenden Spannungen geprägt.
In den Diskussionen um den französischen Verteidigungshaushalt 2026 war zudem von 90 Rafale F4 als nationaler Zielgröße die Rede. Das unterstreicht die Dimension des Programms zwischen Inlandsbedarf und Exportgeschäft. Sollte der Irak-Deal zustande kommen, wäre das ein weiteres Signal für die Attraktivität der F4-Version auf Märkten im Nahen Osten.
