Die korsische Auswahl im „Football entreprise“ (Betriebsfußball) hat das Turnier in Bordeaux auf Rang fünf beendet – und wurde über die gesamte Konkurrenz hinweg vor allem für ihren Teamgeist gelobt.
Das Inselteam vertrat Korsika bei einem nationalen Wettbewerb, in dem regionale Auswahlen aus ganz Frankreich aufeinandertreffen. Vorausgegangen waren mehrere Wochen Vorbereitung sowie zwei Sichtungseinheiten – zunächst in Pietralba, anschließend am CSJC – bevor der Stab die endgültige Liste für die Reise nach Bordeaux festlegte.
Sportlich ist Platz fünf kein Titel. Für die Korsen ist das Ergebnis dennoch ein Signal: Die Auswahl kann in diesem Format mithalten und behauptet sich gegen Teams aus allen Teilen Frankreichs.
Auswahl nach Sichtungen in Pietralba und am CSJC
Zusammengewürfelt wurde die Mannschaft nicht. Der Kader entstand in einem mehrstufigen Prozess: Zwei aufeinanderfolgende Sichtungen – erst in Pietralba, dann am CSJC – sollten jene Spieler identifizieren, die die Farben der Insel tragen können. Danach folgten weitere Zusammenkünfte, ehe das endgültige Aufgebot feststand.
Die Vorbereitung knüpft an eine Entwicklung an, die „Corse Matin“ regelmäßig begleitet: Schon bei einem früheren Turnier in Castelmaurou hatte die korsische Auswahl ihre Qualitäten gezeigt und den dritten Platz erreicht.
Bordeaux als fester Termin im französischen Betriebsfußball
Das Turnier in Bordeaux gehört zu den Terminen im nationalen Kalender des „Football entreprise“. Die Stadt empfing regionale Auswahlen in einem Wettbewerbsformat, in dem die Haltung auf dem Platz ausdrücklich ebenso zählt wie das nackte Ergebnis. Die korsische Auswahl wurde Fünfte – so berichtet es der Journalist Thierry Agostini in „Corse Matin“.
Für ein Team, das in einem anderen Rahmen als der klassische Amateurfußball antritt, ist das ein respektables Abschneiden. Im Betriebsfußball stehen keine Profis auf dem Feld, sondern Spieler aus dem lokalen Wirtschaftsleben, die ihr Gebiet in einem zugänglichen, aber ambitionierten Wettbewerb vertreten.
Was Platz fünf für Korsika bedeutet
Der fünfte Rang steht auch für den Aufwand im Vorfeld: Zwei Sichtungen und mehrere Zusammenkünfte gingen der Kaderbildung voraus. Gleichzeitig bestätigt das Ergebnis die nationale Wettbewerbsfähigkeit der korsischen Auswahl – verbunden mit dem Lob für das kollektive Auftreten.
Und es passt in eine kleine Serie: Vor Bordeaux hatte die Insel-Auswahl in Castelmaurou bereits einen Podestplatz geholt, damals Rang drei.
Korsikas Fußball lebt auch jenseits der Profiklubs
Das Resultat in Bordeaux verweist auf eine breitere Realität: Sport auf Korsika erschöpft sich nicht im SC Bastia oder in den großen Verbandswettbewerben. Betriebsfußball, die Coupe de Corse und regionale Turniere bilden ein dichtes Geflecht, das „Corse Matin“ kontinuierlich begleitet.
Auch andere aktuelle Wettbewerbe unterstreichen diese Vitalität: Ocana gewann die Coupe de Corse, die Union Monticello Santa Reparata holte den Challenge. Der FC Bastelicaccia stand in dieser Saison zudem erstmals in seiner Geschichte in einem Finale der Coupe de Corse.
Der Betriebsfußball nimmt dabei eine Sonderrolle ein: Er mobilisiert Spieler aus dem Berufsleben der Insel und betont die territoriale Repräsentation ebenso wie die sportliche Leistung. In dieser Logik ist der fünfte Platz von Bordeaux ein weiteres Ausrufezeichen.

