Die bretonische Firma Nutri-Future aus Loudéac (Département Côtes-d’Armor) hat mit ihrem Projekt „Appétit“ den Blue Award gewonnen. Ausgezeichnet wurde ein Köder für die professionelle Fischerei, der biobasiert, lokal produziert und vollständig biologisch abbaubar sein soll.
Der Markt für Köder in der Berufsfischerei gilt bislang nicht gerade als umweltfreundlich. Nutri-Future will das ändern: Gemeinsam mit weiteren regionalen Akteuren – darunter dem Comité régional des pêches de Bretagne, dem regionalen Fischereiverband der Bretagne – entwickelte das Unternehmen eine Alternative für „caseyeurs“, also Fischerinnen und Fischer, die mit Reusen und Körben arbeiten.
Mit dem Preis rückt Nutri-Future in den Kreis jener bretonischen Unternehmen, denen in der Fischereibranche künftig eine wichtige Rolle zugetraut wird. Der Blue Award würdigt Innovationen mit maritimem und ökologischem Anspruch.
Ein Köder aus der Praxis: Partner aus der Bretagne waren von Beginn an eingebunden
„Appétit“ ist nach Darstellung des Projekts nicht als Laboridee fernab der Häfen entstanden. Nutri-Future setzte auf ein Netzwerk aus mehreren Partnern, darunter der Comité régional des pêches de Bretagne – ein Schulterschluss, der dem Vorhaben früh Rückhalt in der Branche verschaffte.
Entscheidend: Die späteren Nutzerinnen und Nutzer wurden in die Entwicklung einbezogen. Die Reusenfischerei, für die „Appétit“ gedacht ist, war damit Teil des Prozesses – nicht nur Zielgruppe am Ende der Kette.
Die doppelte Zusage des Produkts – biobasiert und biologisch abbaubar – zielt auf ein konkretes Problem im Alltag der Fischerei: Konventionelle Köder können Abfälle erzeugen und Ökosysteme im Meer belasten. Eine lokale Alternative soll zudem die Abhängigkeit von externen Lieferquellen verringern – ein Argument, das in einer Branche mit störanfälligen Lieferketten besonders verfängt.
Blue Award als Signal für die „blaue Wirtschaft“ in der Bretagne
Der Blue Award zeichnet Projekte aus, die die sogenannte blaue Wirtschaft durch Innovation voranbringen. Mit dem Gewinn reiht sich Nutri-Future in eine bretonische Dynamik ein, die über die Fischerei hinausweist.
Bemerkenswert ist auch der Standort: Loudéac ist eher für seine agroindustrielle Prägung bekannt als für die Nähe zur Küste. Dass dort ein Unternehmen an Lösungen für Häfen und Flotten arbeitet, zeigt, wie Innovation in einer Branche auch abseits der Küsten entstehen kann – wenn die Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette funktionieren.
Der Preis dürfte dem Projekt nun vor allem Sichtbarkeit verschaffen – etwa bei maritimen Genossenschaften und Erzeugerorganisationen. Als nächster Schritt steht die Industrialisierung an: Aus dem ausgezeichneten Prototyp soll ein Köder werden, der in der Breite der bretonischen Flotten verfügbar ist.
