Die Bau- und Tiefbaubranche auf Saint-Pierre-et-Miquelon schlägt Alarm: 63 Unternehmen sehen ihre Existenz bedroht, weil verlässliche öffentliche Aufträge fehlen. Der Sektor beschäftigt nach Angaben der lokalen Föderation rund 400 Menschen – auf dem kleinen französischen Archipel im Nordatlantik ein zentraler Pfeiler der Wirtschaft.
Roger Hélène, Präsident der Föderation der Bau- und Tiefbauunternehmen sowie Handwerksbetriebe von Saint-Pierre-et-Miquelon, fand dafür drastische Worte. In einer Radio-Morgensendung am 19. Juni 2026 sagte er: „Der Archipel Saint-Pierre-et-Miquelon ist auch ein Kind Frankreichs. Er ist dabei zu sterben, wenn nichts passiert.“
Hélène beschreibt eine Branche im Stillstand: Ohne planbare öffentliche Ausschreibungen könnten Betriebe weder ihre Auslastung steuern noch Teams halten. Es gehe nicht nur um Baustellen, betont er, sondern um Know-how und Arbeitsplätze, die das Gebiet überhaupt erst „aufbauen und entwickeln“.
„Strukturelles“ Problem: Keine Planungssicherheit bei öffentlichen Bauprojekten
Immer wieder fällt bei Hélène ein Begriff: „strukturell“. Das Problem sei nicht bloß eine vorübergehende Delle, sondern in der Organisation des Territoriums und seiner öffentlichen Auftragsvergabe verankert. Ohne einen Kalender für öffentliche Bauvorhaben fehle den Firmen jede Grundlage, um Personal und Kosten zu planen.
„Das strukturelle Defizit des Territoriums ist eklatant“, wiederholte Hélène und forderte die öffentlichen Stellen zum Handeln auf. Die Föderation verlange keine außergewöhnlichen Zuschüsse – sondern Sichtbarkeit: eine Programmplanung öffentlicher Baustellen, damit Handwerk und Unternehmen auf dem Archipel kontinuierlich arbeiten können.
400 Beschäftigte in 63 Betrieben – auf einem Archipel mit rund 6.000 Einwohnern
Die von Hélène genannten Zahlen zeigen, wie groß die Abhängigkeit ist – in einer Region, in der jeder Arbeitsplatz zählt. „Der Bausektor in Saint-Pierre-et-Miquelon ist nicht nur ein Wirtschaftszweig, es geht auch um die lokalen Jobs der Familien“, sagte er in der Sendung.
Rund 400 Beschäftigte arbeiten in den 63 Unternehmen, die die Föderation vertritt. Auf einem isolierten Archipel mit etwa 6.000 Einwohnern hätte ein Einbruch in dieser Branche unmittelbare Folgen für die gesamte lokale Wirtschaft. Einmal verlorene Kompetenzen kämen in einer so abgelegenen Region nur schwer zurück.
Föderation kündigt an, den Druck aufrechtzuerhalten
Zum Abschluss seiner Intervention gab Hélène ein Versprechen ab: „Unsere Föderation wird immer da sein, um diesen Sektor zu verteidigen und seine Arbeitsplätze zu verteidigen.“ Die Botschaft richtet sich zugleich an Beschäftigte, gewählte Vertreter und Verwaltungen.
Der Bausektor von Saint-Pierre-et-Miquelon befindet sich damit in einer Lage, die auch andere französische Überseegebiete kennen: starke Abhängigkeit von öffentlichen Aufträgen – während Budgetzwänge von Staat und Gebietskörperschaften Investitionen bremsen oder verzögern. Die lokale Föderation wartet nun auf eine konkrete Antwort der öffentlichen Hand zur Programmplanung der kommenden Baustellen.
