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Scania steckt 70 Mio. Euro in Werk Angers – ab 2029 sollen dort Elektro-Lkw vom Band laufen

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Scania will sein Werk im westfranzösischen Angers (Département Maine-et-Loire) zu einem Montage-Standort für elektrische Lastwagen umbauen. Dafür plant der schwedische Nutzfahrzeughersteller Investitionen von rund 70 Mio. Euro; die Produktion von Batterie-Lkw ist ab 2029 vorgesehen.

Bekannt wurde das Vorhaben am Rande des Investoren-Gipfels Choose France 2026, mit dem Frankreich internationale Industrieprojekte ins Land holen will. Scania richtet den Standort damit stärker auf elektrische schwere Mobilität aus – bislang werden in Angers zivile Lkw sowie Militärfahrzeuge montiert.

Umbau bis 2029: Modernisierung für rund 70 Mio. Euro

Das angekündigte Investitionspaket liegt laut Ouest-France und Les Echos bei etwa 70 Mio. Euro; einzelne Quellen nennen konkret 68 Mio. Euro. Die Modernisierung soll bis 2029 abgeschlossen sein – dann sollen die ersten Batterie-Lkw die Produktionslinien verlassen.

Angers gilt als einer der europäischen Referenzstandorte für die Montage schwerer Nutzfahrzeuge. Mit dem Schritt erweitert Scania das Portfolio vor Ort um elektrische Modelle.

Dass Scania die Pläne bei Choose France präsentiert, ist auch politisch aufgeladen: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Ausgabe 2026 als Rekord und sprach von 93 Mrd. Euro an angekündigten Verpflichtungen. Der Gipfel dient damit als Bühne für Industrieansiedlungen – wirtschaftlich wie symbolisch.

Direkter Wettbewerb mit Renault Trucks in Frankreich

Mit der E-Lkw-Montage in Angers rückt Scania in Frankreich näher an Renault Trucks heran. Der Markt für elektrische Lastwagen ist bislang ein Nischensegment, doch große Logistikflotten und Kommunen drängen auf schnelleres Tempo.

Lokale Produktion kann dabei zum Verkaufsargument werden – und zum Vorteil bei öffentlichen Ausschreibungen. Renault Trucks, historisch stark in Frankreich verankert, hätte damit in diesem Segment nicht mehr allein die heimische Fertigung auf seiner Seite. Zwei Hersteller mit Montagekapazitäten für elektrische Schwerlaster in Frankreich dürften den Wettbewerb um Preise und Lieferzeiten verschärfen.

Angers als Industriestandort: weitere Großprojekte in der Region

Die Entscheidung für Angers fällt in eine Phase, in der Stadt und Département mehrere Industrievorhaben bündeln. So haben Bull und Foxconn eine Allianz angekündigt, um in der Bull-Fabrik in Angers KI-Infrastruktur zu produzieren – im Rahmen eines Programms über 120 Mio. Euro.

Für Scania bedeutet der Zeitplan bis 2029, dass genügend Spielraum bleibt, um die nötige Technik für die Elektrifizierung der Montagelinie aufzubauen. Bis dahin soll der Standort weiter Verbrenner-Modelle und Militärfahrzeuge fertigen – und damit die bestehende Auslastung und die Arbeitsplätze während der Umstellung sichern.

Karim Lefort
Karim Lefort
Karim Lefort suit tout ce qui touche les déplacements des Français. Carburant, péages, SNCF et TER, transports en commun, coût d'usage de la voiture, contrôle technique, ZFE, stationnement ou malus : il part d'un fait daté et chiffré pour dire qui est concerné, combien ça coûte ou rapporte et quoi faire. Proche du conducteur comme de l'usager, il donne les chiffres qui comptent, sources françaises à l'appui.

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