Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat die langfristige Bonitätsnote von Französisch-Polynesien am 16. Juni 2026 von A auf A+ angehoben. Das teilte die Präsidentschaft des französischen Überseegebiets in einer Erklärung mit.
Damit erreicht Französisch-Polynesien erstmals seit dem Einstieg in den Ratingprozess im Jahr 2000 dieses Niveau. Zum Start hatte S&P dem Gebiet ein A- gegeben – die Schwelle A+ wurde bislang nie überschritten.
Der Schritt beendet 26 Jahre mit teils deutlichen Ausschlägen nach unten und oben: Nach einem Abwärtstrend ab 2006 fiel die Note 2015 auf BB+ und damit in den spekulativen Bereich. Danach ging es stufenweise wieder nach oben – A- (2018), A (2024) und nun A+ (2026).
Haushaltsreformen und politische Stabilität: S&P nennt zwei Gründe
S&P begründet die Anhebung laut Mitteilung mit zwei Faktoren. Erstens mit der tatsächlichen Umsetzung der Reformen rund um den „Code des finances publiques“ (eine Art Haushalts- und Finanzregelwerk). Zweitens mit der politischen Stabilität des Territoriums, die es ermögliche, diese Reformen über längere Zeit durchzuhalten.
„Dieser Fortschritt markiert den Abschluss einer langen Erholung“, heißt es in der Erklärung der polynesischen Präsidentschaft.
Gleichauf mit Frankreich – und damit abhängig von Paris
Mit dem A+ liegt Französisch-Polynesien auf der S&P-Skala nun auf dem gleichen Niveau wie das französische Kernland. Das hat eine direkte Folge: Jede Herabstufung der französischen Staatsnote würde automatisch und in gleicher Weise auf das polynesische Rating durchschlagen – ohne Möglichkeit, sich davon abzukoppeln.
Umgekehrt gilt auch: Eine weitere Verbesserung über A+ hinaus bleibt ausgeschlossen, solange Frankreich selbst nicht höher eingestuft wird.
Von A- über BB+ zurück nach A+: die wichtigsten Stationen seit 2000
Die Entwicklung der langfristigen S&P-Note in den zentralen Jahren:
| Année | Note S&P (long terme) |
|---|---|
| 2000 | A- |
| 2015 | BB+ (point bas) |
| 2018 | A- |
| 2024 | A |
| 2026 | A+ |
Source : Tahiti Infos
Schon 2025 stabile Perspektive – jetzt erfüllt S&P die eigenen Bedingungen
Im Juni 2025 hatte S&P die Note A mit stabilem Ausblick noch bestätigt und dabei eine strenge Finanzsteuerung, die steuerliche Autonomie des Gebiets sowie die Unterstützung des französischen Staates über die Agence française de développement (AFD) hervorgehoben. [2]
Die Anhebung auf A+ ein Jahr später setzt nach Darstellung der Präsidentschaft die Bedingungen um, die S&P selbst formuliert hatte: steigende Steuereinnahmen, geringere Risiken außerhalb der Bilanz sowie stärkere Rechnungslegungspraktiken – insbesondere bei der Kontrolle von nachgeordneten Einheiten („satellites“) des Landes.
Sources
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