Die Niederlande haben ihre Bestellung der schweren französischen Torpedos F21 „Artémis“ bei der Naval Group offiziell bestätigt. Der Vertrag wurde 2026 finalisiert, wie aus Informationen hervorgeht, die Mer et Marine veröffentlicht hat.
Mit der Entscheidung rüstet Den Haag die künftige Generation niederländischer U-Boote mit einem französischen Waffensystem aus. Die F21 ist in Frankreich seit 2024 als Nachfolgerin der älteren F17 Mod2 bei der Marine nationale im Einsatz.
Zum Einsatz kommt die F21 unter anderem auf den nuklearen Jagd-U-Booten der Suffren-Klasse – dem Kernstück des französischen Programms zur Erneuerung der Unterseestreitkräfte. Naval Group bietet die Torpedos zudem für den Export an, insbesondere für U-Boote aus der Scorpène-Familie.
Exportauftrag stärkt Naval Group im Unterwassersegment
Die niederländische Unterschrift ist ein konkreter kommerzieller Erfolg für Naval Group im Markt für Unterwasserbewaffnung. Die Niederlande reihen sich damit in die Gruppe ausländischer Kunden ein, die die F21 übernehmen könnten – ein System, dessen Fähigkeiten laut Le Marin bereits in Exportwettbewerben Interesse geweckt hatten.
Die F21 „Artémis“ ist als weitreichende schwere Torpedo-Waffe für Einsätze gegen Unterwasser- und Überwasserziele ausgelegt. Ihre Einführung in den Niederlanden ist Teil eines größeren Modernisierungsprogramms der U-Boot-Komponente der Königlichen Niederländischen Marine, deren künftige Boote eine alternde Flotte ersetzen sollen.
F21 „Artémis“ als französisches Export-Argument für U-Boote
Seit der Indienststellung bei der französischen Marine ist die F21 zum zentralen Verkaufsargument von Naval Group für Kunden geworden, die französische konventionelle oder nukleare U-Boote erwerben oder dies erwägen. Die Torpedos können aus den Rohren der Scorpène-Klasse verschossen werden – damit wächst der potenzielle Markt automatisch auf alle Staaten, die diesen Bootstyp betreiben.
Der niederländische Auftrag unterstreicht zudem die Fähigkeit der französischen Industrie, nicht nur die Plattform, sondern auch die passende Bewaffnung zu verkaufen. Naval Group verfolgt diese Logik eines integrierten Systems nach eigener Marktstrategie in allen Programmen.
Niederlande als strategischer Kunde für Frankreichs Marineindustrie
Die Beziehungen zwischen Den Haag und der französischen Marineindustrie sind nicht neu. So hat der niederländische Minenjagd-Kreuzer Scheveningen jüngst einen Werftaufenthalt in Lorient absolviert – ein Hinweis auf dauerhafte technische und industrielle Verbindungen zwischen beiden Ländern.
Für Naval Group kommt die Bestätigung aus den Niederlanden in einer Phase, in der internationale U-Boot-Programme an Tempo gewinnen. Getrieben wird das laut dem Bericht auch von einer stärkeren Aufrüstung europäischer Marinen vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen in der Nordsee und im Atlantik.
