Der Verwaltungsdienstleister CDG82 im südfranzösischen Département Tarn-et-Garonne hat am 4. November 2025 in Montauban seine vierte Vereinbarung mit dem staatlichen Inklusionsfonds FIPHFP unterzeichnet – gemeinsam mit Cap Emploi 82-31 Nord. Ziel ist, Menschen mit Behinderung in Kommunalverwaltungen besser in Arbeit zu bringen und Beschäftigte im Job zu halten.
Die Unterzeichnung fand in Montauban statt, der Präfektur des Départements Tarn-et-Garonne. Dort besiegelte das „Centre de gestion de la fonction publique territoriale“ (CDG82) – eine Art Service- und Personalzentrum für Kommunen – ein neues Partnerschaftsabkommen mit dem „Fonds pour l’insertion des personnes handicapées dans la fonction publique“ (FIPHFP) sowie Cap Emploi 82-31 Nord, einem spezialisierten Netzwerk für die berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung.
Dass die Zeremonie ausgerechnet auf den 4. November 2025 fiel, war bewusst gewählt: Die Unterschrift fiel mit dem 20-jährigen Bestehen des FIPHFP zusammen und gab dem lokalen Schritt zusätzliche Symbolkraft – eingebettet in eine nationale Linie der französischen Behindertenpolitik.
Vier Jahre neuer Anlauf für die Kommunen im Département
Die Vereinbarung bindet die drei Partner für einen neuen Zyklus von vier Jahren. Der Auftrag bleibt zweigeteilt: Menschen mit Behinderung sollen leichter in den kommunalen öffentlichen Dienst einsteigen können – und Beschäftigte, die bereits in den Verwaltungen arbeiten, sollen ihren Arbeitsplatz mit passender Unterstützung behalten können.
Jean-Luc Deprince, der das CDG82 leitet, fasste die Stoßrichtung so zusammen: „Dank der Unterstützung des FIPHFP und von Cap Emploi tragen wir aktiv dazu bei, eine Kultur der Behinderung innerhalb der Gebietskörperschaften zu verankern. Gestützt auf die erzielten Ergebnisse sind wir voll mobilisiert, diese Arbeit in den kommenden vier Jahren fortzusetzen.“
Im Zentrum steht für das CDG82 ausdrücklich eine „Kultur der Behinderung“ – also ein langfristiger Wandel in den Personalpraktiken der öffentlichen Arbeitgeber vor Ort, nicht nur das Abarbeiten gesetzlicher Pflichten.
Inklusion und Organisation: Der Ansatz soll beides zusammenbringen
Das CDG82 ordnet seine Linie in einen breiteren Ansatz ein: Inklusion von Menschen mit Behinderung und Leistungsfähigkeit von Organisationen sollen sich nicht widersprechen. In anderen Kontexten zeigten Untersuchungen demnach, dass gut integrierte Beschäftigte in einem passenden Arbeitsumfeld produktiver sein können als Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz als Belastung erleben.
Für Kommunen ist der Nutzen auch handfest: Einen Beschäftigten mit Behinderung beim Verbleib im Job zu unterstützen, ist strukturell günstiger als ein Abbruch der Erwerbsbiografie mit anschließender Neueinstellung und Einarbeitung. Genau für solche Maßnahmen wurde der FIPHFP geschaffen: Er finanziert und bündelt Ressourcen, etwa für Arbeitsplatzanpassungen oder passgenaue Qualifizierungen.
Pourquoi l'inclusion dans la fonction publique territoriale progresse
Cap Emploi 82-31 Nord als operativer Partner vor Ort
Cap Emploi 82-31 Nord übernimmt in der Vereinbarung die Rolle eines wohnortnahen Operators. Das Netzwerk bringt Fachwissen ein, das viele Kommunen nicht dauerhaft im Haus haben: Einschätzung konkreter Situationen, Orientierung zu passenden Instrumenten sowie Begleitung von Beschäftigten und ihren Führungskräften.
Die Logik des Modells liegt in der Arbeitsteilung: Das CDG82 koordiniert administrativ, der FIPHFP stellt Finanzierungen bereit, Cap Emploi liefert die praktische Begleitung. Gerade in Tarn-et-Garonne, wo viele Gebietskörperschaften eher klein sind und nur begrenzte HR-Ressourcen haben, soll diese Bündelung eine Lücke schließen.
20 Jahre FIPHFP: Lokale Unterschrift mit nationalem Hintergrund
Der 4. November 2025 markierte zugleich den 20. Geburtstag des FIPHFP. Der Fonds wurde durch das Gesetz vom 11. Februar 2005 zur Gleichstellung von Rechten und Chancen für Menschen mit Behinderung geschaffen und hat seine Arbeit schrittweise auf alle drei Bereiche des öffentlichen Dienstes ausgeweitet: Staat, Kommunen und Krankenhauswesen.
Der Jahrestag diente auch als Erinnerung daran, dass Inklusion im öffentlichen Dienst in Frankreich eine gesetzliche Verpflichtung ist – deren praktische Umsetzung aber von Kommune zu Kommune stark variiert. Strukturen wie das CDG82, die ihre Zusagen über erneuerbare und messbare Vereinbarungen festschreiben, gelten dem FIPHFP als Beispiel, das verbreitet werden soll.
Berichtet von „La Gazette France“ – mit Fokus auf die Regionen
Aufgegriffen wurde die Initiative von „La Gazette France“, einer 1978 in Lille gegründeten Publikation unter der Leitung von Xavier Meplon. Mit elf Mitarbeitenden und klarer regionaler Verankerung berichtet das Medium regelmäßig über Entwicklungen im öffentlichen Dienst und über Inklusion in Kommunen – Themen, die selten große nationale Aufmerksamkeit bekommen, den Arbeitsalltag vieler Beschäftigter aber prägen.
Die vierte Vereinbarung des CDG82 soll die kommenden Jahre abdecken. Wie groß die Wirkung tatsächlich ist, wird sich laut Bericht an konkreten Ergebnissen messen lassen – etwa daran, wie viele Beschäftigte begleitet werden und wie hoch die Quote des Verbleibs im Job ausfällt.
CDG82 et FIPHFP : les faits clés de la convention handicap
- Le CDG82 a signé sa 4e convention avec le FIPHFP le 4 novembre 2025 à Montauban.
- La cérémonie a coïncidé avec les 20 ans du FIPHFP, créé par la loi du 11 février 2005.
- Cap Emploi 82-31 Nord est le troisième partenaire opérationnel du dispositif.
- Le nouveau cycle d'engagement court sur quatre ans pour les collectivités de Tarn-et-Garonne.
- Jean-Luc Deprince dirige le CDG82 et porte l'objectif d'une culture du handicap dans les collectivités.
Sources
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